Griechenland

Türkiye’ye Hoşgeldiniz

Nach 50 Tagen verlassen wir Griechenland. Vielleicht der Zeitpunkt um unsere Eindrücke und Unterschiede in den EU-Ländern zu schildern. Als erstes natürlich der Straßenverkehr, es ist ja klar, dass im Süden anders gefahren wird als in Deutschland, aber offiziell gelten die gleichen Regeln, wie z. B. Anschnall- und Helmpflicht, Handyverbot am Steuer, etc. Hier sind Roller und Motorräder unterwegs, auf denen der Fahrer ohne Helm fährt, gleichzeitig telefoniert und nebenbei noch einen Becher Kaffee trinkt, auch fährt man hier gerne mal zu mehreren, also drei oder mehr. Im Auto wird generell telefoniert und geraucht, dabei kann man dann schon mal eine rote Ampel oder was anderes übersehen. Die Polizei schaut munter zu, nur einmal haben wir gesehen wie die Polizei einem Autofahrer nahegelegt hat, das Handy wegzulegen, dies geschah aber mal so während man nebeneinander herfuhr, ohne Punkte und Strafzettel. Ich frage mich schon, was da manchmal in der EU harmonisiert wird, wie es aussieht nur das Führerscheinformular, bzw. die Karte.

Bioabfall-, Altholz-, Batterie- oder Altautoverordnung, Kreislaufwirtschafts- oder Wasserhaushaltsgesetz, was haben wir für schöne Verordnungen und Gesetze in der EU und diese werden ja auch umgesetzt (in Deutschland). In Griechenland müsste man schon froh sein, wenn bei den Menschen das Bewusstsein vorhanden wäre, den Abfall in dafür vorgesehene Behälter zu werfen. Kinder wie Erwachsene werfen ihren Abfall direkt auf die Straße, so auch die Alpha Bank. In Gythio finden wir einen Sack mit Bankunterlagen mitten auf der Straße. Vielleicht stand diese Bank auch deshalb mal auf einer (schwarzen) Liste der „Committee of European Banking Supervisors“. Die Natur und die Landschaft ist das Kapital von Griechenland als Touristendestination, da sollte es doch doppelt geschützt werden.

Quittungen auf Campingplätzen oder in Tavernen haben Seltenheitswert, das Geld fließt direkt in die Täsch und für die Tax bleibt da nichts übrig. Das Geld wird dann sogleich in einem der unzähligen Spiel- und Wettbüros wieder eingesetzt, von Sportwetten über Online-Bingo gibt es alles. Alt und Jung trifft sich in diesen Räumlichkeiten, die zu jeder Zeit gut gefüllt sind. Aber dies nur am Rande, wir haben in Griechenland eine sehr schöne Zeit auf Korfu und im Süden der Peloponnes erlebt, die antiken Stätten sind beeindruckend und die Städte quirlig und bunt.

Wir wollen nun aber zu unserer Verabredung nach Istanbul und so fahren wir weiter Richtung Norden Richtung Thessaloniki, eine Nacht verbringen wir noch am Fuße des Olymp (2917 m), dem Berg der Götter . Hier ist es aber ziemlich ungemütlich, wir kochen uns abends einen Glühwein aus einer Flasche Mavrodaphne, die uns so nicht geschmeckt hat. Am Morgen besuchen wir noch eine Klosterruine, das im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört wurde und nun mit EU-Mitteln wieder aufgebaut wird. Wir lesen, dass dafür fast 2 Mio. Euro fließen, aber für eine ordentliche Absperrung reicht das halt nicht aus, dann müssen mal zwei Heiligtümer aus der Ruine herhalten.

In Thessaloniki haben wir noch eine sehr interessante Begegnung mit einem Briten mit ägyptischen Wurzeln. Wir treffen ihn auf einem Parkplatz an der Promenade, er sitzt in seinem „Camper“ und spielt auf einem Klavier. Die Tür steht offen, mit Blick auf das ägäische Meer. Wir fragen ihn, ob wir sein Spiel unterbrechen dürfen und ob, das ein guter Platz zum Übernachten sei, was er bejaht. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt uns, dass er auf dem Weg nach Hause nach Ägypten ist, aber die Fähre, die von der Türkei nach Ägypten fährt hat seit März den Betrieb eingestellt, wegen der politischen Differenzen der beiden Länder und so wartet er nun, bis sie wieder fährt. Als wir gehen spielt er weiter. Der Platz ist ganz gut zum Übernachten, nur füllt er sich mit zunehmender Dunkelheit mit Anglern und Damen, die ihrem Gewerbe in den Autos ihrer Auftraggeber nachgehen.

Alexandroupolis ist die letzte Station in Griechenland, hier hat es ordentlich geregnet und wir hören, dass in Bulgarien und in Nordgriechenland schwere Unwetter gewütet haben und der Grenzfluss Evros zwischen Griechenland und der Türkei mächtig angeschwollen ist und die Deiche zu brechen drohen. Wir machen noch einen Ausflug über die Berge, an die Grenze Bulgariens und nach Souflis, leider ist das Silk Museum am Dienstag geschlossen. Es ist eine schöne Off-Road Tour, auf der leider die Sehenswürdigkeiten, so schlecht ausgeschildert sind, dass wir sie nicht finden. Weder die Opiumhöhlen von Roussa noch die historischen Grabmäler. Am nächsten Morgen fahren wir zur Grenze, Türkei das Land Nr. 10 auf unserer Reise wartet.

Datenschutz bei der Alpha Bank

Datenschutz bei der Alpha Bank

Am Olymp

Am Olymp

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Klosterruine

Klosterruine - Behelfsabsperrung

Klosterruine – Behelfsabsperrung

griechische Baumwolle

griechische Baumwolle

Thessaloniki

Thessaloniki

Thessaloniki - auf der Seidenstraße

Thessaloniki – auf der Seidenstraße

auf der Seidenstraße - Schaufenster in Thessaloniki

auf der Seidenstraße – Schaufenster in Thessaloniki

auf der Seidenstraße - Schaufenster in Thessaloniki

auf der Seidenstraße – Schaufenster in Thessaloniki

griechischer Winter - unterwegs

griechischer Winter – unterwegs

Alexandroupolis

Alexandroupolis

Alexandroupolis - Weihnachtsstimmung

Alexandroupolis – Weihnachtsstimmung

Alexandroupolis - Winterstimmung

bei Alexandroupolis – Winterstimmung

Alexandroupolis - unterwegs - die Straße ist der Steinbruch

bei Alexandroupolis – unterwegs – die Straße ist der Steinbruch

Türkei !

Türkei !

erster Blick auf Istanbul

erster Blick auf Istanbul

Land of gods (goats)

Auf dem Weg nach Athen besuchen wir den Kanal von Korinth und das Theater von Epdidavros, das als das berühmteste und besterhaltene griechische Theater gilt und als Wunderwerk der Akustik. Davon bekommen wir eine beeindruckende Kostprobe, als eine ältere Dame ein klassisches Lied zum Besten gibt. Bevor wir uns in die Hauptstadt wagen, pausieren wir noch einmal an einem wunderschönen Strand in herrlicher Umgebung und absoluter Stille. Der Strand ist mit einem G-Modell gut zu erreichen, evtl. geht auch ein Landrover. Auf dem Weg dahin finden wir noch schöne Fichtenreizker, die es zum Abendessen gibt. In Athen bahnen wir uns hupend den Weg durch die 3-Millionen-Stadt, es herrscht ein südländisches Verkehrschaos, wer rechts fährt hat verloren, denn hier wird in zweiter und dritter Reihe einfach mal geparkt oder ein Taxi wartet auf Kundschaft. Die Verkehrspolizei mit Motorrädern steht meist zu sechst irgendwo herum und trinkt einen Kaffee. Wir klappern mit Erwin, unserem geliebten Katerlein alle Sehenswürdigkeiten ab. Er ist ein guter Reisender, egal ob zu Fuß, per Metro, Bus, Fähre oder Auto, auch an der Leine läuft er ganz brav mit. Allerdings lenken ihn alle Pflanzen ab, er scheint ein Blumenfreund zu sein, denn jedes Blatt und jede Blüte wird intensiv beschnuppert. Wenn ein Hund kommt klettert er blitzschnell auf die Schulter, macht einen Buckel und faucht.
Am 04.12. fliegt Stefan für 2 Tage geschäftlich nach Schopfheim und nimmt Erwin mit. Ein Freund von uns, der den Erwin-Artikel auch gelesen hat, nimmt ihn auf. Er fehlt uns sehr, aber wir sind der Meinung, dass es für ihn und auch für uns das Beste ist. In seinem kurzen Katzenleben ist er bisher ganz schön rumgekommen und hat schon sämtliche Verkehrsmittel genutzt. Jetzt hat er seinen festen Platz, wo er zu Ruhe kommen und ein gemächliches Katerleben führen kann.
Nach der Rückkehr von Stefan besuchen wir die Plaka, ein geschäftiges Viertel mit vielen Läden. Hier finden wir auch einen absoluten In-Laden, in dem schon alle Bühnengrößen ihre Outfits eingekauft haben. Der Laden und der Verkäufer sind der Hit, aber aus Platzmangel in unserer Kleiderkiste kaufen wir nichts ein. 😉 Die Märkte sind beeindruckend, Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch, Gewürze, alles eine Herausforderung für unsere Sinne.
Auf dem Weg nach Thessaloniki besuchen wir noch einmal Thermopiles und genießen die Schwefelbäder. Eine Wohltat, auch für unsere Haut, denn in Gythio gab es irgendwelche Insekten, die riesige Eiterbeulen an unseren Hälsen und Armen hinterlassen haben. Das Heilwasser wirkt fast Wunder. Und wieder kommt ein griechisches Ehepaar in unseren Pool, auf die Frage wo wir herkommen und unsere Antwort Deutschland antwortet er augenzwinkernd aahh .. über alles. Er ist 15 Jahre lang in Europa unterwegs gewesen und er mag Angela Merkel „a strong women“ – seine Frau hingegen mag sie nicht. In seinem Notizbuch, das er auf seinen Reisen mitgeführt hat, vermerkte er einst „Konstanz – a paradise“ – aahh „land of god“!

Kanal von Korinth

Kanal von Korinth

Theater von Epidavros

Theater von Epidavros

der in der Mitte wäre fast der nächste Kandidat gewesen

der in der Mitte wäre fast der nächste Kandidat gewesen

Milokapu Beach

Milokapu Beach

Milokapu Beach


mit Erwin an der Akropolis

mit Erwin an der Akropolis

mit Erwin an der Akropolis

mit Erwin an der Akropolis

mit Erwin an der Akropolis

mit Erwin an der Akropolis

"In-Shop"

„In-Shop“

Modern Greek Art

Modern Greek Art

Akropolis

Akropolis

Athen by night

Athen by night

Athen

Athen

Athen Market

Athen Market

Athen Market

Athen Market

Athen Market

Athen Market

Das Boot 1

Das Boot 1

Das Boot 2

Das Boot 2

back in Thermopiles

back in Thermopiles

back in Thermopiles - Frühstück nach dem morgendlichen Bad

back in Thermopiles – Frühstück nach dem morgendlichen Bad

gestrandet in Griechenland

Das Enttäuschende am Urlaub ist, dass er irgendwann mal zu Ende geht und so verlassen auch wir wieder die Insel Korfu per Fähre in Richtung Festland, mit dabei ist auch Erwin. Erstes Ziel ist Meteora, vorher noch nie gehört, es soll sich um bizarre Felsformationen handeln, die schon seit Jahrhunderten von Mönchen und Einsiedlern besiedelt sind und neuerdings auch von Kletterern. Der James-Bond-Streifen „In tödlicher Mission“ ist u. a. auch hier gedreht worden, vor allem im Kloster Agia Triada, das ich alleine besuche, da Annette den Vorabend noch nicht verdaut hat, an dem wir mit zwei Schweizern und zwei belgischen Overlandern einen netten Abend mit griechischem Wein verbracht haben. Am Morgen können wir beim Frühstück einen Kletterworkshop mitverfolgen, in dem vermittelt wird wie man am Seil mit Prusikknoten und Bandschlingen die Steilwände erklimmt.

Von Ruedi, dem Schweizer erhalten wir einen Tipp, wo man in natürlichen Thermalpools herrlich warm baden kann. Wir tauschen mit ihm unsere Albanienlandkarte gegen seinen WoMo Führer Griechenland ein und fahren am Morgen Richtung Süden über Lamia nach Thermopiles. Wir finden den Platz von Ruedi und legen uns in einen Pool, außer uns ist noch eine griechische Familie da. Die Tochter spricht Englisch und wir unterhalten uns über alles Mögliche, zum ersten Mal kommt auch Angela Merkel zur Sprache, wir lenken das Thema dann allerdings auf etwas anderes.

Baden macht ja hungrig und so fahren wir nach Lamia zurück und suchen eine Taverne, hier ist es nicht so touristisch und die Wirte sprechen kein Englisch, die Spezialität scheint Fleisch zu sein und dass Annette KEIN Fleisch will, können die Leute nicht verstehen. Wir bestellen also irgendetwas und bekommen einen „Käsesalat“, das ist eine Schale Streichkäse mit Kräutern und ca. 500 gr. Schweinefleisch mit nichts. Wir essen etwas davon, den Rest vom Fleisch packen wir ein und fahren nach Thermopiles und übernachten dort auf einem Parkplatz. Am Morgen steigen wir nochmal in einen superwarmen, nach Schwefel riechenden Pool. An den Geruch gewöhnt man sich, es ist pures Badevergnügen bei ca. 41°C. Erwins Vergnügen an diesem Morgen sind die Reste aus der Taverne. Wir verstehen nicht, dass die Griechen aus diesem tollen Ort nicht mehr machen. Morgens kommen ein paar Lokals und baden auch, wir aber wollen weiter nach Delfi, zum berühmten Orakel.

Bei Patras überqueren wir das Meer über eine gigantische Brücke und erreichen die Halbinsel Peleponnes wir fahren zuerst zur Westküste, dort ist es uns aber zu stürmisch und so fahren wir weiter zum „Mittelfinger“ der Peloponnes nach Gythio in der Provinz Mani. Von hier aus machen wir einen Ausflug ganz in die Südspitze nach Porto Kageio. Wir wundern uns über die Architektur der Häuser, wir haben eher das Gefühl in den Highlands zu sein. Alles Steinhäuser in Turmform, keine Ziegeldächer. Später lesen wir, dass es hier Tradition war Blutsfehden auszutragen und daher leben die Menschen hier in Wehrtürmen. Die Landschaft ist sehr karg und felsig, die Leute mürrisch und verschlossen, die griechische Gastfreundschaft suchen wir noch.

Ein anderer Ausflug führt uns nach Skala, wo Erwin seinen EU-Pass und einen ID-Chip erhält. Unterwegs machen wir einen Abstecher an den Selinitsa Beach wo das Schiffswrack „Dimitrios“ liegt. Ein Grieche, der vor Ort Fotos macht sagt uns es gäbe eine Legende über das Schiff, die besagt, dass es sich um ein Schmugglerschiff handelt, das 1981 hier gestrandet ist. Ob das allerdings stimmt, das könne er uns aber auch nicht sagen.

Wir besuchen noch eine Produktion für Olivenöl und eine Sortieranlage für Speiseoliven. Die Saison geht von November bis Februar. Das scheint hier die Hauptindustrie zu sein, abgesehen vom Tourismus.

Hier unten, das lesen wir auch, ist der 2. südlichste Punkt des europäischen Festlands, nach Tarifa in Spanien. Wir sind hier südlicher als Tunis und wenn wir einem schweizer Auswanderer glauben dürfen ist Gythio der wärmste Ort im Jahresmittel in Europa.

Da es südlicher nicht mehr geht müssen wir wieder nach Norden fahren. Richtung Korinth, hier möchten wir den Kanal anschauen und Epidavros, das hat uns Jean-Pierre aus Avignon empfohlen, der bis März in Gythio bleibt und hier den Winter verbringt. Wir möchten dann aber über Athen nach Istanbul fahren, wo wir unseren Weihnachtsurlaub und Silvester verbringen werden. Fabian kommt uns besuchen und wir haben ein Hotel gebucht. Vorfreude auf den Urlaub ist doch am Schönsten.

die Meteorafelsen bei Ankunft in Kalambaka

die Meteorafelsen bei Ankunft in Kalambaka

Meteora

Meteora

Meteora

Meteora

Meteora

Meteora

Meteora

Meteora

Parkplatz bei Thermopiles

Parkplatz bei Thermopiles

Thermalbad

Thermalbad

Erwin will nicht baden

Erwin will nicht baden

einer der Pools

einer der Pools

Delfi - Athena Pronaia

Delfi – Athena Pronaia

Delfi - Theater

Delfi – Theater

Delfi - Erwin am Tempel von Athene

Delfi – Erwin am Tempel von Athene

Delfi - das Orakel - der Stein der Sybille

Delfi – das Orakel – der Stein der Sybille

Delfi - Tempel von Manitou

Delfi – Tempel von Manitou

griechische Autobahn zur Rushhour - bei uns ist am autofreien Sonntag mehr los

griechische Autobahn zur Rushhour – bei uns ist am autofreien Sonntag mehr los

Abendstimmung in Gythio

Abendstimmung in Gythio

Abendstimmung in Gythio

Abendstimmung in Gythio

Wrack Dimitrios am Selinitsa Beach

Wrack Dimitrios am Selinitsa Beach

Olivenzeit

Olivenzeit

Wehrtürme in der Provinz Mani

Wehrtürme in der Provinz Mani

Lands End - der 2. südlichste Punkt des europäischen Festlands

Lands End – der 2. südlichste Punkt des europäischen Festlands

Hauptstrasse in Porto Kageio

Hauptstrasse in Porto Kageio

Sonnenuntergang  Gythio Bay

Sonnenuntergang Gythio Bay

Urlaub auf Korfu

Nach den ersten 4.500 km möchten wir uns eine Pause gönnen und entscheiden uns für eine Woche Korfu. Die Überfahrt verläuft ruhig und wir kommen am Mittag in Korfu Stadt an. Wir schauen uns noch die Altstadt an, trinken einen Greek Coffee und starten dann Richtung Norden um einen Campingplatz zu suchen, leider ist alles zu und am Abend finden wir uns in Corfu Stadt wieder. Wir schlafen auf dem Parkplatz der Fährgesellschaft und gehen noch essen. Die Taverne ist ein Original, der alte Mann serviert das Essen und die Mutter kocht, ein Glas Hauswein kostet ein Euro und kommt aus der PET Flasche. Es schmeckt alles vorzüglich.

Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht machen wir uns wieder auf die Suche und finden im Südwesten der Insel einen tollen Platz, wo wir uns hinstellen und 7 Tage bleiben. Es ist ein sandiges Plateau auf einer Klippe, windgeschützt und ca. 100 m Fußweg zum Sandstrand Marathias Beach. Wir sind hier wieder total alleine, wir hören nur den Wind und die Brandung ist unser Wecker, das Meer ist glasklar. Wir faulenzen am Strand, putzen unser Haus, ich schneide Annettes Haare und wir machen kleine Ausflügen, die wir mit Wäsche und Auto waschen verbinden. Einmal ziehe ich meine Laufschuhe an und laufe eine gute Stunde. Es geht noch, aber für den Athen Marathon am 09.11.14 reicht es leider zeitlich nicht mehr.

Morgens um halb sieben werden die Griechen aktiv, wir hören jeden Tag Schüsse bis gegen 09.00 Uhr, wir fragen uns, was die wohl schiessen und einmal kommen drei Hunde und zwei Jäger mit Gewehren bei uns vorbei, als wir gerade frühstücken. Sie grüßen uns, gehen aber dann schnell weiter. Vielleicht ist es eine Treibjagd? Oder Trainingsschießen auf die Ortsschilder?

20 Minuten am Strand entlang kommt eine kleine Siedlung, wo auch ein öffentlicher Strand mit Schirmen, Duschen, etc. ist. Dort kommt ab und zu mal ein Auto hin und es zeigen sich noch ein paar Leute, ansonsten beherrschen die wilden Hunde und Katzen die Szene. Zwei kleine Hunde, eine Mischung aus Westy und Mops, der Eine weiß und der Andere schwarz sind ziemlich frech, wenn Badegäste kommen, legen sie sich auf die Handtücher und durchwühlen die Taschen nach Eßbarem.

Der Zustand der Strände gibt uns zu denken, Plastikmüll, Taue und Netzreste, Styropor und anderer Dreck liegt haufenweise herum. Uns kommt wieder der Film „Plastic Planet“ in den Sinn, wann endet wohl das Plastikzeitalter und wie sieht es danach aus, fragen wir uns.

 

die Überfahrt nach Korfu

die Überfahrt nach Korfu

 

Korfu Stadt

Korfu Stadt

Korfu Stadt

Korfu Stadt

Ankunft an unserem Standplatz mit Probefrühstück

 Ankunft an unserem Standplatz mit Probefrühstück

Blick von unserem Platz aufs Ionische Meer

Blick von unserem Platz aufs Ionische Meer

Morgenstimmung

Morgenstimmung

Saison Ende

Saison Ende

hielt auch der ersten stürmischen Nacht stand

hielt auch der ersten stürmischen Nacht stand

Hausputz Teil 1

Hausputz Teil 1

Hausputz Teil 2

Hausputz Teil 2

Hausputz Teil 3

Hausputz Teil 3

Körperpflege Teil 1 - Haare schneiden

Körperpflege Teil 1 – Haare schneiden

Körperpflege Teil 2 - Open Air Dusche

Körperpflege Teil 2 – Open Air Dusche

Ausflug zu Patounis - Verkaufsraum

Ausflug zu Patounis Verkaufsraum

Patounis´Produktion

Patounis´Produktion mit Erklärungen durch den Chef – (watch a YouTube Clip)

 

 

 

Wider der Vernunft

Auf dem Weg zur Taverne, die wir wegen des WLAN aufsuchen wollen springt uns von rechts ein Tier in den Weg. Es ist eine kleine rote Katze, ziemlich zottelig und verwahrlost, aber das sind die meisten hier. Wir bleiben kurz stehen und schauen, es sieht aus, als ob sie nur ein Auge hätte, ich dränge Annette „Komm weiter“. Sie:“Schau mal wie klein, die noch ist.“ Wir gehen weiter, die Katze folgt uns und mauzt uns die ganze Zeit an. Wir bleiben wieder stehen und schon hangelt sie sich an Annettes Hosenbein hoch, als ob das der letzte Strohhalm wäre. Was sollen wir tun? Sie miaut uns erbärmlich an. Wir beschließen einen 2-Stufen-Plan, wir nehmen Sie mit, geben ihr was zu fressen und machen sie sauber und wenn sie morgen noch da ist gehen wir zum Tierarzt. Mit zwei Fingern fassen wir ihn (es ist ein kleiner Kater) im Genick an und gehen die ca. 500 m zu unserem Auto zurück. Dort waschen wir ihn und es kommt sein zweites Auge zum Vorschein, wir haben noch etwas Dosenwurst vom Hug-Metzger, davon kriegt er die Hälfte. Er frisst wie ein Scheunendrescher, dann geben wir ihm noch etwas Milch und gehen zum 2. Mal Richtung Taverne. Als wir zurückkommen ist er noch da, auch am nächsten Morgen ist er noch da. Als er uns im Zelt hört macht er draußen auf sich aufmerksam. Das Auge ist wieder zugeklebt, wir fahren also nach Corfu Stadt zum Tierarzt, dort haben wir schon mal Vet & Pet gesehen. Wir packen unsere 7 Sachen und los geht´s.

Die alte Dame erklärt uns auf griechisch-englisch, dass der Tierarzt um 3 Uhr wieder da ist, wir sollen bis dahin unser Business erledigen und die Katze da lassen. Zu Zweit fahren wir in die Stadt und sehen uns die Seifenmanufaktur Patounis, incl. Führung durch die Produktion durch den Chef an. Die einzige Seifenfabrik, die es auf Corfu noch gibt, die aus Olivenöl Seife herstellt und das in der Originalfabrik von 1850, die Firma ist als Industriedenkmal gelistet die alten Bottiche sind beeindruckend. Wir kaufen zwei Stück Seife und schlendern bis 15 Uhr durch die Old Town.
Der Tierarzt versorgt die Katze, sie ist ca. 8 Wochen alt und wiegt 400 gr., wir kriegen viererlei Medikamente, incl. Wurmkur und sind 68 Euro los, beim Weggehen sagt die alte Dame zu uns, bevor wir die Katze wieder aussetzen sollen wir sie ihr bringen, sie wird schon jemanden finden, der sie nimmt, sie ist soo sweeeet.
Das merken wir auch, der kleine Bursche wird langsam wieder putzmunter und hat unsere Herzen erobert. Wir kaufen noch eine Box für die Nacht und etwas Futter. Er frisst einfach alles, sogar die Pillen schlingt er herunter wie Dosenwurst. Ein Papiertuch, mit dem wir Zaziki weggewischt haben können wir ihm gerade noch entreißen. Zwei Tage unterhält er uns, spielt, jagt, frisst und schmust mit uns. Wenn nur das „Sauberkeitsproblem“ nicht wäre, morgens ist alles versch….
Aber er lässt sich problemlos mit Wasser abduschen, danach kriegt er noch das Spray gegen die Flöhe, Läuse, etc. Doch nun müssen wir eine Entscheidung treffen und die heißt zurück zur alten Dame, es ist besser für ihn und uns.
Wir brechen unsere Zelte in Corfu ab und wollen morgen zurück aufs Festland, als erstes geben wir Erwin, so haben wir ihn getauft (Erwin, der Wüstenfuchs) ab. Je eher, desto besser, wir bekommen jetzt schon Tränen. Als wir dort ankommen ist nur der Tierarzt da, morgen früh um 09.00 Uhr sollen wir wieder kommen. Es soll wohl nicht sein, dass wir ihn loswerden, also lautet der neue Entschluss: Erwin kommt mit!

So kaufen wir noch in einem Supermarkt eine Riesenrolle Papiertücher zum Saubermachen. Auf dem Parkplatz verstauen wir alles und lassen ihn nochmal laufen, vielleicht muss er ja gerade. Er steht auf der Begrenzungsmauer und als ein anderes Fahrzeug hupt, fällt er vor Schreck hinten über. Weg ist er. Zuerst kommt ein Zaun und dann Dornen. Annette versucht mit beiden Händen den Zaun hoch zu heben, damit ich drunter durch schauen kann. Wir hören ihn, aber sehen können wir ihn nicht. Der Zaun ist ziemlich neu und lässt sich kaum hochziehen. Aber wir sind ja perfekt ausgerüstet, ich hole den Seitenschneider aus der Werkzeugrolle und in einer Minute ist ein Loch im Zaun und wir sehen Erwin ca. 1 m tief in einem zugwucherten Betongraben. Ich kann ihn nicht fassen, aber als Erwin mich sieht, kraxelt er die Wand ein wenig hoch und ich packe ihn im Genick. Rettung Nr. 2 ist auch geglückt.

Erwin, der Wüstenfuchs

Erwin, der Wüstenfuchs

hier bin ich

spiel mit mir

spiel mit mir

Rettungsloch

Rettungsloch

auf nach Albanien

Von Dubrovnik aus fahren wir wieder Richtung Montenegro. Wir verlassen nun Kroatien zum letzten Mal auf unserer Reise in Richtung Herceg Novi in Montenegro. Es erwartet uns der einzige Fijord im Mittelmeer, die Bucht von Kotor. Auch Kotor selbst ist sehenswert, UNESCO Weltkulturerbe und eine beeindruckende Festung. Am ersten Tag in Kotor regnet es wie aus Kübeln und es stürmt. Nachdem wir total durchnässt sind, verschieben wir die Besichtigung auf den nächsten Tag. Dieser ist wieder schön und herrlich warm, wir wandern entlang der Befestigungsmauer auf den höchsten Punkt der Anlage. Hier haben wir eine gigantische Aussicht auf die Stadt Kotor, die Bucht und die Befestigung. In der Bucht liegt schon wieder ein anderes Kreuzfahrtschiff als gestern.

Von Kotor aus geht es über den Lovcen Nationalpark langsam aber sicher in Richtung albanische Grenze. „Hier wird euch das Auto gestohlen“ und andere Reisehinweise, haben wir über dieses Land erhalten, aber auch wir sind noch voller Vorurteile. Die Einreise ist völlig easy, d. h. wir merken es gar nicht. Der Zoll von Montenegro macht die Ausreise, wir fahren weiter, halten immer noch die Dokumente in der Hand und warten, dass der albanische Zoll kommt, aber es kommt nichts. Sind wir schon drin?
Ja, das merken wir als uns die ersten Eselskarren entgegenkommen und auch die erste größere Stadt Skodher ist nicht gerade ein Schmuckstück, also ersparen wir uns die Besichtigung, wir müssen uns erst noch an Albanien gewöhnen. Albanien, das Heimatland von Mutter Theresa, wir sehen zwei Schwestern aus ihrem Orden mit den typischen blau-weißen Kopfbedeckungen und in einigen Kreisverkehren sieht man Statuen von ihr stehen, auch im Souvenirhandel ist sie des Öfteren zu finden. Wir fahren weiter nach Koman, unser Plan ist über den Komansee mit der Fähre in das Herz der albanischen Alpen vorzustoßen, aber als wir am Stausee in Koman ankommen erklärt uns der Besitzer der Hafenkneipe, dass die letzte Autofähre vor einer Stunde abgefahren ist, „und morgen“, fragen wir. Nein, morgen geht auch Keine mehr, das war die Letzte für dieses Jahr. Pech, wir trinken noch einen türkischen Kaffee und fahren wieder ca. 30 km zurück und dann über die Berge nach Kukes. Plötzlich wird es kalt, nur noch 4 °C zeigt das Thermometer, außerdem ist es stockdunkel, wir beschließen im Hotel Amerika zu übernachten, VIP Suite für 40 Euro incl. Breakfast. Am Abend sitzen fast ausschließlich Männer in der Hotelbar, alle in schwarzen Jacken, nippen an ihrem Kaffee und schauen Real gegen Barcelona.

Am Morgen machen wir noch ein paar Fotos vom Dach des Hotels und machen uns dann auf den Weg zurück an die Küste nach Durres, der zweitgrößten Stadt in Albanien. Auch nicht schön hier, aber wieder warm. Zuvor haben wir uns noch Kruje angeschaut, eine alte Stadt mit Basar und Befestigung, hier ist auch die Gedenkstätte des Nationalhelden. Langsam stellen wir fest, dass die Albaner gar nicht unfreundlich sind, sie sehen nur so aus.

Über Fier, wo wir noch die Ausgrabungsstätte Appollonia besichtigen fahren wir weiter entlang der albanischen Riviera in Richtung Griechenland. Seit Sarajevo begleiten uns herrenlose Hunde, die am Straßenrand nach etwas Essbarem suchen und des nachts müssen wir uns an Hundegebell statt an Hahnengeschrei gewöhnen. An den Müllcontainern, die an den Straßen stehen scheint die Nahrungskette Mensch, Hund, Katze, Vogel zu sein. Die Hunde und Heerscharen von Katzen finden wir auch in Griechenland auf Korfu, wo wir im Moment sind. Wir geniessen noch das tolle Wetter, Sonne, 24 °C und die menschenleeren Strände.

Kotor bei Regen

Kotor bei Regen

Altstadt von Kotor

Altstadt von Kotor

Bucht von Kotor

Bucht von Kotor

Sveti Stefan

Sveti Stefan

Strand in Montenegro

Strand in Montenegro

albanische Strassen

albanische Strassen

Albanien

Albanien

Natursteinproduktion am Komansee (AL)

Natursteinproduktion am Komansee (AL)

Kukes (vom Dach des Hotels Amerika)

Kukes (vom Dach des Hotels Amerika)

Appollonia

Appollonia

Appollonia

Appollonia (die Gebeine sind in der Bildmitte, hinten)

Sheps (1 von 1)

bei Appollonia

an der Strasse in Alabanien

an der Strasse in Alabanien

in Alabanien

in Alabanien

Strasse in Alabanien

Strasse in Alabanien

bei Durres am Strand

bei Durres am Strand

Fähre bei Butrint

Fähre bei Butrint

die Pyramiden von Albanien?

die Pyramiden von Albanien?