Thailand

Höllenritt ins Paradies

Wir stehen zu dritt am Fähranleger in Mersing und schauen auf eine braune Brühe, die weiße Schaumkronen trägt, der Wind bläst das Wasser in hohen Wellen mit voller Wucht gegen den Strand. Hier soll es zur Trauminsel Pulau Tioman gehen? Wir können es kaum glauben.

Um 10 Uhr legt die kleine Personenfähre ab, gemächlich sucht sie sich den Weg in der Fahrrinne zum offenen Meer. Durch die Wellen und den Wind schaukelt das Boot beträchtlich, im tieferen Wasser beschleunigt der Kapitän und das Boot springt über die Wellen, die Passagiere an Bord, eine bunte Mischung aus Chinesen, Malayen, Singapurern und einigen Europäern, Australiern und Amerikanern johlen zuerst wie auf einer Achterbahn. Jeder Sprung wird von lauten Jubelschreiben begleitet. Nach 10 Minuten herrscht jedoch Totenstille. Viele Gesichter schauen nun schon in eine der schwarzen Plastiktüten, die die Besatzung vor dem Ablegen verteilt hat. Die Mobiltelefone werden beiseitegelegt und alle konzentrieren sich darauf, dass der Magen an der richtigen Stelle bleibt. Wenn der Kapitän das Gas zurücknimmt ist das ein schlechtes Zeichen, die nächste heranrollende Welle ist so hoch, dass er diese nicht überspringen will, sondern versucht in das Wellental einzufahren. Rechts und links vom Schiff spritzt die Gischt meterhoch in den bewölkten Himmel. Die Überfahrt dauert fast drei Stunden. Am Jetty von Air Batang am ABC Beach wanken die Passagiere kreidebleich zum Ausgang, wo sie von der Besatzung vom schaukelnden Schiff auf die Pier herübergezogen werden. Fabian und mir hat die Überfahrt zum Glück nichts ausgemacht, Annette hingegen litt sehr und macht drei Kreuze als wir wieder an Land sind.

Unser Sohn Fabian ist nach Malaysia geflogen um uns zu besuchen. Zuvor waren meine Eltern zu Besuch in Thailand.

Nachdem wir sie wieder am Flughafen in Bangkok abgesetzt hatten, machten wir uns auf den Weg den Süden Thailands zu erkunden. Der Großteil der deutschen Touristen besucht dort die Inseln Koh Samui und Phuket, da wollen wir doch zumindest mal vorbei schauen. Zuvor aber müssen wir unser Zolldokument für das Fahrzeug verlängern lassen. An der laotisch-thailändischen Grenze haben wir 30 Tage Aufenthaltsdauer für das Fahrzeug genehmigt bekommen. An der schmalsten Stelle Thailands, Richtung Süden, wo das Land nur etwa 15 Kilometer breit ist, fahren wir auf der  N1039 den Maw Daung Pass (Singkhon Pass) hinauf zum thailändischen Grenzposten am Übergang nach Myanmar. Als wir das Dokument vorlegen, erkennen wir bereits am Gesichtsausdruck, dass wir hier nicht weiterkommen. Wir verstehen, dass wir zum Custom House nach Prachuab Khiri Khan fahren müssen. Noch am gleichen Vormittag kommen wir dort an und ohne Probleme und Kosten wird das Dokument um weitere 30 Tage verlängert. Die Prozedur dauert etwas über eine Stunde.

Von unserer rotarischen Freundin Barbara erhielten wir den Tipp, das kleine, idyllisch gelegene Resort Greenview in Kura Buri zu besuchen und sie gab uns den Namen eines Mitarbeites dort, dessen Neffen Purin sie bei ihrem Besuch von einigen Jahren in Englisch unterrichtete. Im Resort fragen wir nach einem freien Zimmer und kommen mit dem Guest Relation Manager ins Gespräch, wir erzählen ihm, dass wir das Hotel empfohlen bekommen haben und ob er einen Nob kennen würde. Er sei Nob und sicherlich hätte uns Mrs. Barbara das Hotel empfohlen. Sie sei mit ihrem Mann hier gewesen. Am Abend zeigt er uns ein kleines Heftchen mit Bildern und einigen Texten, das ihm Barbara nach ihrem Urlaub zugesandt hatte.  Schön, dass er es sich als Andenken aufbewahrt hat.

Für den nächsten Tag organisierte Nob einen Bootsausflug mit Schnorcheln und BBQ auf einer kleinen unbewohnten Insel. Zusammen mit dem Kapitän, dem Smutje und Nob fahren wir beiden am nächsten Morgen los. Zuerst wird auf dem lokalen Markt noch Fisch und Seafood eingekauft und dann legen wir mit dem Boot ab. Unterwegs zeigt er uns Mangrovenwälder, die 2004 den Tsunami hier gestoppt haben und dann fahren wir die Andaman-See hinaus. Leider ist das Wetter nicht optimal, es hat Wellen und ist stark bewölkt. Schnorcheln ist schwierig aber wir sehen trotzdem vieles unter Wasser, Nob zeigt uns die besten Stellen. Währenddessen bereitet der Smutje alles vor, grillt Fisch und Garnelen, der Kapitän hat noch einen Tintenfisch gefangen, der auch sofort auf dem Grill landet. Nach dem Essen liegen wir noch in der Sonne, bevor wir auf die andere Seite der Insel fahren, dort ist es etwas ruhiger und jetzt ist Niedrigwasser, sodass wir noch mehr der Unterwasserwelt sehen können.

Entlang der schönen Strände von Khao Lak fahren wir immer Richtung Süden, am Beach von Bang Niang übernachten wir an den Massageständen von Jim, er versorgt uns mit frischen Ananas und Getränken. Er bietet uns seine Massageliegen für die Übernachtung an, aber wir bevorzugen unser Dachzelt. Ich gönne mir noch eine Thai-Oil-Massage und am Abend spazieren wir zum Boot 813. Dieser Küstenabschnitt wurde 2004 von der Tsunamiwelle voll getroffen.

Weiter südwärts auf der Insel Phuket treffen wir im Sirinat Nationalpark auf Hans Spille, er folgt schon seit geraumer Zeit unserem Blog und ist mit seinem Mercedes Sprinter mit Bimobil-Aufbau von Köln bis Thailand gefahren, jetzt wartet er bis seine Frau, die kurzzeitig zurück nach Deutschland gereist ist, wieder zurückkommt und dass das Wetter wärmer wird, denn seine Rückreise führt über China, die Mongolei und Russland zurück nach Europa. Dies wäre für uns auch eine Option gewesen, aber einige Mongoleireisende haben uns gesagt, dass sie diesen Weg nicht vor Juli bereisen würden, Hans wagt es bereits im Mai und wir erwarten gespannt seine Berichte.

Wir besuchen die Stadt Phuket, die aber nicht viel zu bieten hat und fahren dann nach Patong, dem Epizentrum von Phuket. Damit wir auch das Nightlife hautnah erleben können, bleiben wir eine Nacht in einem Hotel. Abends zieht es uns auf die Party- und Rotlichtmeile Soi Bangla, hier treffen sämtliche Kulturen und die unterschiedlichsten Menschen aufeinander, nicht immer leicht für die lokale (muslimische) Bevölkerung, am anderen Tag, am Strand von Patong können wir das nochmal erleben. Eine indische Familie, alle bekleidet mit T-shirt und Sarong versucht in den Wellen eine Familienfoto zu machen, daneben schaukelt eine Russin ihre neuen und unbekleideten ‚Silicon Boobs‘ sanft in den Wellen.

Wir haben genug gesehen und fahren weiter über Ao Nang, wo wir am Nopparat Beach campen, auf die Insel Koh Lanta. Dort ist schon seit geraumer Zeit Sven Gruse mit seiner Freundin Astrid von ‚justanotherworldtrip‘.

Am Khlong Khong Beach stellen wir uns neben die Bar Klapa Klum. Cedrik aus Hannover hat sich dort seit 10 Jahren mit seinem thailändischen Partner niedergelassen. Er sammelt am Strand Feuerzeuge und Plastikmüll und macht daraus kleine Kunstwerke, die er in der Bar aufhängt, bzw. dort als Lampenschirm, etc. dienen. Er erzählt viel vom Plastikproblem an den Stränden, die Touristen sammeln auf ihren Tauch- und Schnorcheltouren immer wieder Müll ein und bringen ihn an Land. Die lokale Bevölkerung und die Fischer schmeißen den Müll dann des Nachts einfach zurück ins Meer.

Mit dem Auto erkunden wir noch ein bisschen die Insel Koh Lanta und sehen am Straßenrand plötzlich einen Motorradfahrer mit Koffern an der Maschine. Ein Overlander? Wir machen langsam, der Motorradfahrer kuckt auch und dann erkennen wir ein deutsches Kfz-Kennzeichen. Wir halten an. Es ist Tino aus Ulm, wir quatschen eine Weile, tauschen die Kontaktdaten aus und beschließen noch ein Foto zu machen.

Am Abend treffen wir uns mit ihm und Sven um alte Geschichten und Neuigkeiten auszutauschen. Tino ist einen Monat vor uns aufgebrochen und hat in etwa die gleichen Kilometer auf dem Tacho wie wir. Er möchte nach Neuseeland, hat aber viel Zeit und wird noch einige Zeit in Asien verbringen. Sven und Astrid sind mit einem Truck nach Asien gefahren und wieder zurück, danach sind sie erneut nach Thailand gereist, aber mit dem Flugzeug und arbeiten hier als Unterwasserfotografen für eine Tauchschule.

Tino wohnt im Hostel Loro Loco II, Duc, der deutsche Besitzer mit vietnamesischen Wurzeln lädt uns ein, dort im Hof zu campen. Duc hat einen Pool und das Hostel ist neu. So ziehen wir um und verbringen dort noch einige Tage.

Wir erzählen uns, wen wir schon getroffen haben und rätseln, ob die französische Familie mit den drei Kindern, die Tino vor kurzem getroffen hat,  eventuell Renault und Maryline sind, die wir im Iran getroffen hatten und derzeit auch in Thailand sein müssten.

Am nächsten Tag verlassen wir die Insel und campen am Abend am Strand, als ein blauer Truck mit französischem Kennzeichen auftaucht und eine Familie mit 3 Kindern aussteigt. Es sind Olivier, Franzois und ihre 3 Kindern. Es sind die fünf, die Tino bereits getroffen hatte und über die wir noch am Vorabend geredet hatten, welch ein Zufall. Die beiden Größeren von den drei Kindern sind bereits schulpflichtig und die Eltern unterrichten selbst, am Abend wird noch unterrichtet, während die Kleinste fleißig alles einsammeln, was am Strand so herumliegt.

Olivier gibt uns noch ein paar Hinweise für Malaysia und wir entscheiden uns danach den großen Grenzübergang zu nehmen und dort gleich eine Versicherung zu kaufen und um dort auch die ICP (International Circulation Permit) zu bekommen.

Der Grenzübergang ist sehr belebt und es dauert einige Zeit bis wir durch sind. Aber es gibt keine Probleme, bei der Einreise fragt keiner nach einer Versicherung oder ICP, das Carnet wird gestempelt und nach einer guten Stunde sind wir in Malaysia. Wir halten fleißig Ausschau nach einem Versicherungsbüro und nach ca. einem Kilometer entdecken wir eines auf der linken Seite. Wir halten an und fragen, aber das Büro ist in das Gebäude des Zolls am Grenzübergang umgezogen, wir sollen zurück.

Auf der anderen Straßenseite, die durch eine Betonmauer getrennt ist, staut sich der Verkehr kilometerlang in Richtung Thailand und so beschließen wir das Stück zu Fuß zurück zu gehen.

Kurz vor dem Übergang sehen wir auf der anderen Seite Fahrtrichtung Thailand ein Büro, es ist ein Zeltpavilion mit einem Schild ‚Insurans‘ unter dem zwei junge Damen sitzen. Wir fragen sie, ob sie auch Versicherungen für Malaysia haben.  „Yes“, und so frage ich nach einer Versicherung für zwei Monate, sie können uns nur einen oder drei anbieten und sie benötigt Hubraum und Baujahr. Nach der Berechnung der Prämie will sie für einen Monat 50 US$ haben. Ich frage nach einem Discount, da in Thailand ein Monat ca. 10 US$ gekostet haben. Nein, leider nicht möglich. Ich frage nach der ICP und sie möchte wissen wo unser Auto ist. Sie diskutieren untereinander und die eine sagt uns dann, dass wir zwei Möglichkeiten hätten.

  1. Wir müssen das Auto holen, dann kostet die ICP nichts oder
  2. Wir bezahlen etwas an sie und wir kriegen die ICP ohne dass die Polizei das Auto sieht.

Ich erkläre ihr, dass die Auswahl nicht besonders attraktiv sei und ich weder das eine noch das andere wolle.
Gut, ich kann ja selbst bei der Polizei fragen, das Büro ist direkt nebenan. Ich begebe mich also in das Büro, einer der anwesenden Polizisten schläft laut in seinem Drehsessel, der andere hat wichtige Aufgaben an seinem Smartphone zu erledigen, aber nach einigen Minuten legt er das beiseite und kommt zu mir. Ich frage ihn, wie das Prozedere von statten geht, wenn man eine ICP benötigt. Bevor er eine Antwort gibt, kommt die junge Dame von der Versicherung hereingeschneit und redet auf den Beamten ein.

Ich denke mir meinen Teil und lasse die beiden stehen. Es ist nicht das erste und bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir in einem Land ohne Versicherung fahren.

Weder die ICP noch die Versicherung wollte jemals jemand sehen in Malaysia.

Wir fahren an diesem Tag noch bis George Town auf der Insel Pulau Pedang, die in der ‚Straße von Malakka‘ im Westen Malaysias liegt. Auf der Insel leben hauptsächlich Chinesen und wir hatten nicht beachtet, dass noch Chinese New Year gefeiert wird. Die Insel ist überfüllt mit Chinesen, überall ist es laut und voll. Wir suchen einen ruhigen Platz am Strand, wo wir übernachten können. Als erstes ziehen wir dort das Auto von einigen jungen Leuten aus dem Sand, wir kriegen dafür zwei Alko-Pops geschenkt. Willkommen in Malaysia.

Nachts werden noch Raketen abgefeuert, aber ab 02.00 Uhr wird es ruhiger und wir schlafen einige Stunden, am Morgen packen wir zusammen, schauen uns noch kurz die Stadt an und verschwinden Richtung Kuala Lumpur.

Nördlich der Stadt, ganz in der Nähe der Batu Caves, einem Hindutempel, ist die Firma Cycle & Carriage, ein Mercedes-Benz Händler mit guter Werkstatt. Hans Spille hatte uns die Adresse gegeben.

Wir fragen nach einem großen Service und ob alle Ersatzteile dafür vorrätig seien, außerdem soll er die Stoßdämpfer prüfen, da ich beim Reifenwechsel in Bangkok gesehen hatte, dass einer Öl verliert.

Hari, unser Servicetechniker prüft alles und ruft die Preise ab, in der Zwischenzeit werden wir mit  Speisen und Getränken verwöhnt.
Die Stoßdämpfer sind nicht die Originalen, sondern speziell von Bilstein für ORC und den G entwickelt worden.

Er kann alle Teile beschaffen und so vereinbaren wir einen Termin in einer Woche. Die Stoßdämpfer schickt ORC zu uns nach Hause und Fabian bringt diese mit, wenn er uns besuchen kommt.

In der Zwischenzeit fahren wir nach Kuala Lumpur (KL), besichtigen die Petronas Twin Towers und die City. Am Wochenende haben wir einen ganz besonderen Termin. Chris und Laura haben uns zu sich nach Hause eingeladen, d. h. sie machen gerade irgendwo in KL House-Sitting auf ihrem Trip nach Neuseeland. Bevor wir uns auf die Reise gemacht haben war eines der ersten Bücher, das wir über Overlander gelesen haben ‚Hinterm Horizont links‘ und nun treffen wir den Autor persönlich. Wir sind zugegebenermaßen etwas nervös und freuen uns sehr. Die beiden empfangen uns herzlich, Laura hat einen italienischen Nudelsalat gemacht und wir plaudern über alles Mögliche. Es ist ein vergnüglicher Nachmittag und wir sind stolz darauf, die beiden kennengelernt zu haben.

Danach fahren wir in die Cameron Highlands, auch um der Hitze Kuala Lumpurs zu entkommen. Auf dem Weg dorthin finden wir in Kuala Woh einen richtigen Campingplatz, wo wir eine Nacht bleiben. Wir sind alleine dort, am Fluss gibt es heiße Quellen und eine spezielle Schmetterlingsart kommt dort hin um im Sand Mineralien aufzunehmen. Die Schmetterlinge sind groß und schwarz mit einem giftgrünen Streifen. Am Nachmittag kommen Dutzende und lassen sich im Ufersand nieder.

Am anderen Tag besichtigen wir eine Teeplantage (BOH) und treffen dort auf der Terrasse Antje mit ihrem spanischen Freund. Sie wohnen in Tanah Rata in einem Guesthouse, wo wir später auch einchecken. Antje hatte 7 Jahre in Madrid gewohnt und ist jetzt zusammen mit ihrem Freund nach Berlin gezogen, wo sie ist als Schmuckdesignerin tätig ist.

Nach den Highlands geht es wieder zurück nach KL, das Beast bekommt eine Verwöhnkur in Form eines großen Kundendienstes, denn nach Asien warten weitere, harte Herausforderungen auf Mensch und Maschine. Anschließend fahren wir zum Flughafen. Unser Sohn kommt uns zum dritten Mal besuchen. Wir freuen uns auf Fabian.

Außer den Bilstein Stoßdämpfern bringt er uns auch eine Linzertorte und Kartoffelsalat mit, Proviant von meiner Mutter. In KL machen wir eine Stadtrundfahrt im Hopp on Hopp off Bus und treffen am Abend erneut Tino.

Nach der Besichtigung der Hauptstadt von Malaysia machen wir uns auf den Weg nach Malakka, auch zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt und ein wunderschönes Städtchen an der Straße von Malakka, einer der wichtigsten Seestraßen unseres Planeten.

Im Flüsschen von Malakka beobachten wir einen großen Waran, wie er gerade einen Fisch fängt und diesen verspeist. Die ersten Europäer in Malakka waren die Portugiesen, später kamen die Niederländer und dann die Engländer. Im Stadtkern besuchen wir die gut erhaltenen Gebäude am sogenannten Roten Platz, die Kirche und das ehemalige Rathaus. Bevor die Europäer kamen, nutzten die Chinesen die Stadt und den Hafen, um mit Indern und Arabern Handel zu treiben und so gibt es auch heute noch ein quirliges Chinatown. Als wir die Jonkerstreet am Abend besuchen möchten, geht urplötzlich ein sintflutartiger Regen hernieder und wir suchen Zuflucht in einem Café. Nach knapp zwei Stunden hört es auf, aber der Regen hat auch die Menschen von der Straße gespült und die Stadt wirkt wie ausgestorben, wir enden im HardRock Cafe, da die anderen Kneipen und Cafés geschlossen sind.

Von der Westküste möchten wir nun zur Ostküste, da es dort die schöneren Strände geben soll. Unterwegs campieren wir am Wasserfall bei Hutan Lipur Taka Melur, der Weg dorthin führt durch Palmenplantagen und Kautschukbaumkulturen. Am Wasserfall sind wir alleine, wir grillen und essen zum BBQ den Kartoffelsalat. Mit Einbruch der Dunkelheit wird es auch stockdunkel und es wird laut. Dschungellärm. Ab und zu sehen wir ein Glühwürmchen durch die Dunkelheit fliegen. Wir trinken ein paar Dosen Bier und spielen Karten, dann verziehen wir uns in die Zelte.

Am Morgen genießen wir ein schönes Frühstück mit frischem Saft. In Thailand hatten wir uns bereits einen Mixer gekauft, denn am Straßenrand wird immer günstig frisches Obst angeboten. Melonen, Ananas, Bananen und Mangos.

Am Nachmittag erreichen wir Mersing, die Stadt am Südchinesischen Meer mit Fährverbindung zur Insel Tioman. Dort wurde 1958 der Hollywoodklassiker ‚South Pacific‘ gedreht und galt lange Zeit als eine der 10 schönsten Inseln der Welt. Trotzdem geht es sehr beschaulich zu, auf der kleinen Insel. Eine Straße gibt es nicht und auf dem kleinen Strandabschnitt ABC Beach fahren nur ein paar Mopeds mit Seitenwagen. Wir haben direkt am Ende des Strandes einen Bungalow gemietet, wo wir 4 Tage bleiben. Am zweiten Tag wandern wir durch den Dschungel, zuerst zum Monkey Beach und dann zur Monkey Bay, wir sind die Einzigen hier, außer ein paar Affen. Unser Vermieter hat uns gewarnt, dass wir unsere Sachen nicht unbeaufsichtigt lassen sollen, aber dann passiert es doch, dass wir alle drei im Wasser sind und schon durchwühlt ein Affe unsere Sachen. Wir eilen zurück, der Affe bemerkt das sofort und ergreift die Flucht. Unsere Kekse hat er aber schon alle aufgefressen. Wir packen den Müll in eine Tüte und legen diese neben unsere Sachen. Kurze Zeit später kommt der Affe zurück und krallt sich die Mülltüte, etwas abseits von uns löst er den Knoten und holt die leere Keksrolle heraus, genüsslich leckt er alles sauber, danach verschwindet er wieder im dichten Grün des Waldes.

Wir schnorcheln und schwimmen im klaren Wasser, wir beobachten Clownfische und sehen sogar einen blauen Rochen im kristallklaren Wasser. Es ist faszinierend wie elegant die Tiere durch das Wasser gleiten. Wir entscheiden noch weiter nordwärts durch den Dschungel zu gehen, um das Örtchen Salang anzuschauen, vielleicht wollen wir dort noch einige Tage bleiben und so schlagen wir uns erneut durch den Dschungel. Es ist schwülwarm und wir schwitzen enorm, außerdem plagen uns die Mosquitos. Es ist zwar nicht weit nach Salang, aber wir müssen über einen Berg und es gibt fast keinen Weg, auch ist unser Schuhwerk nicht dazu geeignet einen Dschungeltrek zu machen. In Salang stärken wir uns und fahren dann mit einem Boot zurück nach Air Batang.

Wir bleiben 6 Nächte auf der Insel Tioman, es ist einfach herrlich hier. Fabian unternimmt noch einen Tauchgang und dieser führt etwas weiter hinaus auf die offene See, er bekommt dort seinen ersten Riffhai zu Gesicht und eine große Schildkröte.

Annette fürchtet sich etwas vor der Überfahrt, aber das Wetter hat sich beruhigt und die Fahrt zum Festland ist deutlich angenehmer als die Hinfahrt. Wir wollen noch auf eine andere Insel und haben von Tenggol und Redang gehört. In Dungun kommen wir abends an und am Jetty fragt uns einer, ob er uns helfen kann. Wir fragen nach einem Trip nach Tenggol und er bietet uns ein Package an. 2 Nächte mit Vollpension und Schnorchelausflügen. Aber wir wollen kein Package, sondern nur ein Bungalow oder Chalet. Am nächsten Morgen treffen wir noch Jack, aber auch er hat nur ein Package im Angebot und so fahren wir weiter nach Merang und setzen dort über, auf die Insel Pulau Redang. Dort angekommen, klappern wir den ganzen Strand nach einer Unterkunft ab, aber auch hier bieten uns die Unterkünfte nur ganze Packages an und am Ende checken wir im Redang Laguna für zwei Nächte ein, danach noch im Redang Reef Resort für zwei Nächte.

Hier ist es deutlich voller und touristischer als auf Tioman. Es wimmelt vor Malayen und Chinesen. Einmal machen wir einen Schnorcheltrip mit zum ‚Marine Park‘, es ist zum Lachen. Die Asiaten liegen mit Schwimmwesten im knöcheltiefen Wasser und schnorcheln. Andere werden, zu Inseln zusammengebunden, durch das Wasser gezogen. Wir beschließen hier nicht mehr zu schnorcheln und tun dies zukünftig am Strand, dort steht eine kleine Felsnase ins Wasser und drum herum hat sich ein Riff gebildet. Dort sind wir wieder alleine und sehen einige junge Riffhaie. Sie sind scheu und es ist schwierig sie zu fotografieren oder zu filmen und wir versuchen sie zu zweit zum Fotografen zu treiben. Jeden Tag verbringen wir Stunden im warmen Wasser mit schwimmen und schnorcheln, die Zeit vergeht so schnell und Fabian ist etwas traurig, dass sein drei Wochen schon dem Ende zu gehen.

Zurück in KL bummeln wir abends noch durch Chinatown, Fabian kauft noch einige Souvenirs ein und am nächsten Morgen bringen wir ihn zum Flughafen. Er muss zurück ins kalte Deutschland, während wir uns unserem ersten Ziel Singapur nähern. In Johor Bahru, der Stadt an der Grenze zu Singapur lassen wir bei Mercedes unser Auto stehen, dort werden die Stoßdämpfer gewechselt. Die Crew von Mercedes ist sehr hilfsbereit und freundlich, der Mechaniker ist ganz aus dem Häuschen, so ein Auto kennt er nur vom Fernsehen oder von Prospekten und jetzt darf er hier mal selber ran.

In der Zwischenzeit fahren wir mit dem Bus nach Singapur, denn zuerst müssen wir dort eine Versicherung kaufen und eine Genehmigung einholen, damit wir mit unserem Auto nach Singapur fahren können.

In Singapur angekommen treffen wir gegen 17.30 Uhr abends an der Bushaltestelle unseren Freund Udo, zusammen fahren wir mit der U-Bahn zu seinem Haus in der Emerald-Hill-Street und am Abend gehen wir zusammen mit Yus, seiner Freundin zünftig in der Brotzeit essen. Mit Hax‘n, Currywurst, Spätzle, Kartoffelsalat und Fürstenberg Bier feiern wir unsere Ankunft in Singapur. Es ist geschafft, nach 533 Tagen Fahrt und 57.361 gefahrenen Kilometern sind wir an unserem Ziel in Singapur angekommen.

Wir sind stolz auf uns, wir haben die höchsten Gebirge dieser Erde, glühendheiße Wüsten, schneebedeckte Pässe, belebte Städte und trostlose Einöden durchquert.
Wir trafen stets auf gastfreundliche, hilfsbereite Menschen und liebe Reisegefährten.
Wir sind am Ziel in Singapur angekommen …

… aber noch nicht am Ende.

 

Besuch in Thailand

Nach einigen Einladungen klappt es dann doch noch, meine Eltern kommen nach Thailand um uns zu besuchen.
Es ist etwas Besonderes, natürlich haben wir immer wieder einmal ein Wochenende in den Bergen, zum Wandern oder Skifahren zusammen verbracht, aber mit Mama und Papa zwei Wochen „Strandurlaub“, das gab es zuletzt vor 30 Jahren, am Atlantikstrand in Südfrankreich.

Auch merke ich jetzt, dass es etwas Besonderes ist, noch beide Eltern zu haben, Annettes Eltern sind bereits beide gestorben und während unserer Reiseplanung für die kommenden zwei Wochen entschlüpft es ihr tiefbetrübt: „Du hast noch Beide, sei froh.“

Wir haben in Bangkok Zimmer in einem schönen Hotel gemietet und zusätzlich ein kleines Auto.
Wir fahren zum Flughafen und holen dort zuerst meine Eltern ab. Annette geht danach mit den beiden zur Abholung des Mietwagens und ich will das Beast holen, vor der Ankunft haben wir einfach vor dem Flughafengebäude geparkt und als ich dort wieder ankommen, haben sie dem Beast eine Parkkralle angelegt.  „So ein Mist!“, fluche ich in mich hinein. Aber nach einer halben Stunde Lauferei und einigen Entschuldigungen kommt der Truck der Flughafensecurity und macht die Kette wieder ab, ohne dass ich etwas zahlen muss.  Die drei im anderen Auto warten schon ungeduldig und dann geht es los zum Hotel.

Das Hotel Centre Point Silom ist am Wochenende nicht ausgebucht und so hat uns die freundliche Dame an der Rezeption upgegradet und wir beziehen zwei Suiten.  Hier könnte man es länger aushalten als zwei Nächte, aber wir wollen ja auch noch einiges anderes in Thailand unternehmen.

Nach dem Check-In gehen wir auf der Straße eine Kleinigkeit essen, sticky rice, Huhn, Leber, Schwein und Papaya Salat, anschließend fahren per Taxi nach Chinatown. Wir bummeln über die Märkte, das Angebot an Gewürzen, Fischen, Obst und Gemüse ist riesig, außerdem gibt es noch chinesische Spezialitäten und lokale Medizin. Die Gerüche sind speziell, genauso wie manche Verkäufer und die Präsentation der Waren.

Am Abend essen wir zusammen noch einen Hot Pot und gehen früh ins Bett. Mama und Papa fallen immer wieder die Augen zu. Am nächsten Morgen verabreden wir uns für 09.00 Uhr zum Frühstück. Kurz vorher werden beide erst wach.

In Bangkok schauen wir uns den Königspalast an, wir Männer müssen lange Hosen überziehen und die Frauen einen Wickelrock. In den Klamotten ist es jetzt noch wärmer als es eh schon ist. Am Nachmittag gehen wir vom Palast aus zur nahegelegenen Pier und machen dort eine Bootsfahrt, danach trinken wir einen Kaffee und machen uns dann per  Wasser-Linienbus auf den Rückweg. Nach der Ankunft am Pier trinken wir noch ein kühles Bier und gehen den Rest zu Fuß zum Hotel.

Am nächsten Morgen genießen wir noch einmal das üppige Frühstücksbuffet im Silom, bevor wir uns auf die weitere Reise nach Ayutthaya machen. Die alte Königsstadt ist seit 1991 Weltkulturerbe der UNESCO. Aufgrund seiner „Insellage“ konnte Ayutthaya seine Souveränität 417 Jahre lang erhalten und mit einer Bevölkerung von ca. 1 Million Einwohner war sie im 17. Jahrhundert unter den 20 größten Städten weltweit. Aufgrund des Kanalsystems und dem Zugang zu einem Seehafen wurde Ayutthaya auch das Venedig des Ostens genannt und hatte zur damaligen Zeit schon Handelsbeziehungen zu den Niederlanden,  Japan und Portugal.

Am Abend unternehmen wir eine Bootsfahrt auf den alten Kanälen und sehen uns drei Tempel an. Die übrige Tempelanlage erkunden wir am nächsten Tag auf dem Fahrrad. Zu Abend essen wir auf dem Nightmarket.

Nach einem kleinen Frühstück fahren wir wieder in Richtung Süden nach Kanchanaburi. Als wir in Ayutthaya losfahren, bemerken wir einen Ameisenbefall am Beast. Die Ameisen sind von der ganz kleinen Sorte und sind von dem Baum, unter dem wir geparkt haben, auf das Beast umgesiedelt. Wir waschen so viele wie möglich weg und sprühen unser altbewährtes Baygon. Das ist allerdings nur für fliegende Insekten vorgesehen.

Kanchanaburi liegt am River Kwai, bekannt durch den Hollywoodfilm „Die Brücke am Kwai“. Während des zweiten Weltkriegs wurden dort vor allem englische Kriegsgefangene, einschließlich der Offiziere von den japanischen Besatzern dazu gezwungen, eine Eisenbahnbrücke zu bauen. Die Brücke wurde während des Krieges noch durch alliierte Luftangriffe zerstört.

Die Brücke wurde schon sehr früh, etwas versetzt zur alten Brücke, wieder aufgebaut und heute verkehrt, u. a. der Eastern and Oriental Express auf dieser Linie. Mit diesem Luxuszug kann man in drei Tagen von Bangkok bis Singapur fahren. Eine Haltestelle ist natürlich auch in Kanchanaburi, an der legendären Eisenbahnbrücke.

Unterhalb der Brücke befindet sich ein nettes, schwimmendes Restaurant, wo wir lecker zu Mittag essen bevor wir uns in das Royal River Kwai Resort Hotel zurückziehen. Dort drehen wir noch eine erfrischende Runde im Pool.

Doch wer nach Thailand kommt will nicht nur im Pool baden, sondern will die Traumstrände und das wunderbare Wasser genießen. Wir auch!

Die beiden, bei den Deutschen so beliebten Inseln Phuket und Koh Samui sind zu weit entfernt, in den 14 Tagen wollen wir nicht zu viel im Auto sitzen, auch wenn die Straßen Thailands sehr gut ausgebaut sind. So haben wir uns Hua Hin ausgesucht. Mit dem Ausbau der Eisenbahnstrecke von Bangkok nach Singapur in den 1920-er Jahren begann auch der Aufstieg Hua Hins als Seebad. Hua Hin ist das älteste Seebad Thailands und wurde bekannt als ‚the famous seaside resort of Siam‘, seit 1926 hat dort die thailändische Königsfamilie ihre Sommerresidenz, im Palast Wang Klai Kangwon (Thai: วังไกลกังวล, etwa: königlicher Palast weit entfernt von den Sorgen) dient ihr zum Rückzug von der Hitze Bangkoks.

Berühmtheit erlangte auch Hua Hins Railway Hotel, das im Film ‚The killing fields‘ als Kulisse für das Hotel Le Royal in Phnom Pengh diente.

Zuerst verbringen wir drei Nächte in Pak Nam Pran, etwas südlich von Hua Hin. Dort fließt der Pranburi River in den Golf von Thailand, das quirlige Fischerdorf ist bekannt für seine Tintenfischspezialitäten und die bunten Fischerboote. Hier gibt es einige kleine Restaurants direkt am Strand, die frische Fische und Seafood vom Grill anbieten.

Von hier aus unternehmen wir einen Ausflug in den  Khao Sam Roi Yot Nationalpark, der Name bedeutet Berg mit 300 Gipfeln, welches die Landschaft recht gut beschreibt. Die schroffen Kalkstein-Hügel erheben sich bis zu 605 Meter Höhe direkt aus dem Golf von Thailand.

Wir parken am Bang PO Beach und gehen zu Fuß über einen Hügel zum Laem Sala Beach.  Hier könnte man sich einen Bungalow mieten und direkt am Strand in der Einsamkeit einige Tage verbringen. Wir wollen aber noch die Pharaya Nakhon Cave besuchen. In dieser Höhle wurde für den Besuch von König Chulalongkorn (Rama V.) 1890 ein Pavillon errichtet. Der Aufstieg zur Höhle ist beschwerlich und steil, die Hitze tut ihr Übriges dazu, aber wir erreichen alle Vier den Eingang und erholen uns in der kühlen Höhle.

Nach dieser anstrengenden Bergtour rasten wir noch ein wenig am wunderschönen Strand Laem Sala Beach und fahren dann mit einem kleinen Fischerboot zurück an den Bang PO Beach, wo unsere beiden Fahrzeuge stehen.

In dem kleinen Guesthouse, wo wir die Tage in Pak Nam Pran verbringen, fragen wir nach einer Bootstour mit schwimmen und fischen, jedoch ist das Angebot, das uns die Eigentümerin macht, im Vergleich zu dem, was wir auf Koh Chang bei Mr. Khai bezahlt haben, so unglaublich teuer, dass wir vorerst auf eine Bootstour verzichten.

Stattdessen machen wir einen Ausflug nach Prachuap Khiri Khan, chillen dort am Beach und besuchen dort am Nachmittag den Markt an der Promenade. Dies ist einer der schönsten Märkte, mit einem fantastischen Angebot an Speisen, den wir bisher in Thailand gesehen haben.

In Prachuap Khiri Khan fahren wir durch den ‚Wing 5‘, das ist eine Air Force Base, in die man aber problemlos einfahren kann, darin befindet sich ein Hotel und ein ganz toller Strand, sowie ein Museum, etwas eigentümlich ist es, dort die Start- und Landebahn überqueren zu müssen.

Hier sind 1941 die japanischen Truppen gelandet, um das neutrale Thailand für ihre Operationen gegen die Engländer in Myanmar und Malaysia zu nutzen. Der Flughafen wurde von Luftwaffensoldaten, einigen Polizisten und einer militärischen Jugendorganisation einige Tage lang gehalten und verteidigt, bis die thailändische Regierung den Waffenstillstand verkündete.

Vom kleinen Fischerdorf Pak Nam Pran ziehen wir noch einmal um in die Stadt Hua Hin, dort beziehen wir zwei Zimmer im Ayrest Hotel. Besonders schön ist der direkte Zugang zum Swimming Pool vom Zimmer aus, sowie die privaten Jacuzzi Pools.

Hier spannen wir nochmal so richtig aus und erfreuen uns an der gemeinsamen Zeit in Thailand. Wir besuchen den Cicada Market, der allerdings sehr klein, touristisch und teuer ist, daher wechseln wir zum Nightmarket, wo wir sehr lecker Seafood essen. Die Crabfische, die hier als Lobster angeboten werden, sowie die Tiger Prawns sind unglaublich köstlich. Zusammen mit frisch zubereitetem Knoblauchbrot ein Gedicht.

Von Hua Hin aus unternehmen wir jetzt doch noch eine Bootstour. Zuerst laufen wir Monkey Island an und hier kommen auch sogleich die Affen angelaufen. Sie werden mit Obst und Gemüse gefüttert. Das Interessante ist, dass die Affen ihr Futter, wenn es im Sand lag, zuerst im Meerwasser abwaschen, bevor sie es essen. Als wir die Insel wieder verlassen, baden die Affen im Wasser wie Menschen. Sie tauchen, schwimmen und springen von den Felsen ins Wasser, es ist so schön, ihnen beim Herumtollen zuzuschauen. In der Dolphin Bay bekommen wir leider keine Delfine zu Gesicht. Es ist Tintenfisch Saison und eigentlich kommen die Tiere dann auch in die Bucht um sich satt zu fressen.

Wir halten noch an einem Punkt zum Baden und an einem andern zum Angeln. Allerdings, so scheint es, war es kein guter Platz, denn niemand auf dem Boot, einschließlich der Mannschaft fängt auch nur einen einzigen Fisch.

Die Bootsfahrt auf Koh Chang mit Mr. Khai war eindeutig schöner, auch waren dort nicht so viele Russen an Bord. (Sorry 😉 )

Wenn man flexibel ist und kurzfristig etwas bucht, kann man über die Hotelportale wirkliche Schnäppchen machen. Wir haben uns für die letzten Tage in Bangkok  zwei Zimmer im Ramada Plaza gebucht. Dort relaxen und entspannen sich meine Eltern noch einmal bei einer Thaimassage und mit dem hoteleigenen Shuttleboot können wir nochmal die Stadt und das ehemalige Hafenviertel ‚Asiatique‘, das jetzt eine Fress- und Shoppingmeile ist, erkunden.
Auch besuchen wir noch den Redlight Destrict Padpong, wo wir die ‚German Embassy of Beer’entdecken, dort trinken wir ein kühles Fürstenberg Pils, Rothaus gibt es leider seit geraumer Zeit nicht mehr, da die Brauerei angeblich das Bier nicht mehr in Pappkartons für den Export verpacken kann. (oder will)

Dann, nach 14 gemeinsamen und sehr schönen Tagen ist es wieder soweit, Abschied zu nehmen. Wir fahren gemeinsam zum Flughafen, parken das Beast dieses Mal ordnungsgemäß und geben den Mietwagen zurück, dann bringen wir meine Eltern bis in den Flughafen und verabschieden uns voneinander.

Herzlichen Dank für euren Besuch und dass ihr mit 75, bzw. 81 Jahren die Strapazen einer solchen langen und anstrengenden  Reise auf euch genommen habt, um uns zu besuchen.

Wir haben uns sehr darüber gefreut – gute Heimreise!

 

Killing Fields und Opiumfelder – mybeastgoeseasts Reise durch Kambodscha und Laos

Seit Kurzem ist unser zweites Carnet de Passage gültig und wir überqueren die Grenze zum 25. Land auf unserer Reise nach Asien. Laut unseren Informationen und den Angaben im Carnet gilt in Kambodscha das dieses nicht, an der Grenze wird auch nicht danach gefragt, stattdessen aber nach einer  Permit. Wir stellen uns wieder einmal dämlich und warten ab. Der Zollbeamte schlägt vor, mit dem Taxi nach Phnom Penh zu fahren und dort die  Permit zu holen. Jetzt wechseln wir unsere Strategie von dummstellen auf abwehren. 300 km einfacher Weg mit dem Taxi ist völlig ausgeschlossen und wir lehnen kategorisch ab. Wir werden per Telefon mit dem Chef verbunden, auch hier lehnen wir kategorisch ab, er legt dann einfach auf und der Mitarbeiter am Schalter verdrückt sich. Kurz darauf kommt ein Anderer, der dann die Lösung hat, gegen Bezahlung von 1.500 Thai-Bath (~37 Euro) + 100 Bath für den Mann an der Schranke können wir mit einer ‚temporären Genehmigung´ einreisen. Ein Dokument gibt es auch auf Nachfrage nicht, wir bezahlen die 1.600 Baht und nach ca. 1 Stunde ‚Formalitäten‘ sind wir dann in Kambodscha. Über Shinoukville  geht es in die Hauptstadt Phnom Penh, dort sehen wir zum ersten Mal den Mekong, einer der längsten Flüsse Asiens und für uns hatte er immer irgendetwas Geheimnisvolles.

Phnom Penh hat nichts Besonderes zu bieten, etwas südlich davon besuchen wir aber eines der größten und das bekannteste von landesweit über 300 sogenannten Killing Fields, das Choeung Ek Völkermord Gedenkzentrum.

Während für uns Europäer der 08. Mai 1945 das Ende des 2. Weltkrieges markiert, war der Krieg weder für Laos noch für Kambodscha zu Ende. Beide Länder standen vor dem Krieg unter französischer Verwaltung und waren nach der Niederlage Frankreichs von Japan besetzt. Nach der Kapitulation von Japan besetzten zuerst die Engländer die beiden Länder und übergaben diese dann wieder an Frankreich, das durch den Krieg in Europa geschwächt war und zuerst wieder Kontingente aufbauen mussten, es kämpften auch viele deutsche, ehemalige  SS- und Wehrmachtsangehörige weiter mit, nun in der Fremdenlegion auf der Seite Frankreichs. Es gab Widerstandsbewegungen und kommunistische Einheiten, die für die Freiheit ihrer Länder kämpften, Frankreich entließ nach schweren Niederlagen die Länder 1953 und 1954 in ihre Unabhängigkeit, Vietnam wurde in Nord- und Südvietnam geteilt, damit war der 1. Indochinakrieg beendet, auf den aber bald der 2. folgen sollte, der bei uns auch als Vietnamkrieg bekannt ist und bis 1975 andauerte.

Während des Vietnamkrieges bombardierte die US Luftwaffe Laos derart heftig, dass es bis heute als das meist bombardierte Land der Welt gilt. Laut MAG wurden zwischen 1964 und 1973 mehr als 2.000.000.000 kg Bomben abgeworfen. (Ohne Kriegserklärung und ohne einen Cent Reparationszahlung bis zum heutigen Tage) Geschätzte 30% davon detonierten nicht und stellen als Blindgänger bis heute eine erhebliche Gefahr für die lokale Bevölkerung dar. Sie verhindern das Anbauen von ausreichend Nahrung und sind Gefahrstellen auf Schulwegen und Wegen zu Wasserstellen.

Laos ist das einzige Land in Südostasien, das keinen Zugang zum Meer hat und somit auch keine eigene Fischfangflotte besitzt, sodass sämtliche Seefische oder Meeresfrüchte importiert werden müssen. Oft können sich die Leute dies jedoch nicht leisten, sodass sie auf das angewiesen sind, was ihnen ihre Umgebung bietet. Aufgrund der massiven Abholzung des tropischen Urwaldes ist auch leider da, das Nahrungsangebot merklich reduziert worden. Auf den nun gerodeten Waldflächen werden Gemüse und Obst angebaut.

Nach dem Vietnamkrieg kehrte zumindest in Laos Ruhe ein, in Kambodscha jedoch entflammte ein Bürgerkrieg und die ‚Roten Khmer‘, eine kommunistische Gruppierung unter der Führung von Pol Pot, gelang es an die Macht zu kommen und letztendlich auch die Hauptstadt Phnom Penh einzunehmen. Von 1975 – 1979 war Pol Pot Diktator in Kambodscha und bis 1997 Bruder Nr. 1 der Roten Khmer.

Pol Pot wollte in Kambodscha einen kommunistischen Bauernstaat errichten, das Geld wurde abgeschafft und jeder, der nur intellektuell aussah oder eine Brille trug konnte verhaftet und getötet werden. Wer gebildet, studiert war oder eine Fremdsprache konnte, galt als Staatsfeind und wurde getötet. So überlebten die Zeit unter Pol Pot in Kambodscha nur ca. 50 Ärzte und etwa 200 Lehrer, von zuvor geschätzten 20.000.

Die Staatsfeinde wurden zu Lagern transportiert und in der Regel in der darauffolgenden Nacht getötet. Damit die anderen Gefangenen die Schreie nicht hören konnten, schepperten aus diversen Lautsprechern kommunistische Lieder in hoher Phonstärke. Die Ermordung der Gefangenen erfolgte mit den primitivsten Mitteln, die man sich nur vorstellen kann. Mit Bambusstöcken und Geräten für die Feldarbeit wurden die Menschen erschlagen, oder mit den scharfkantigen Palmblättern wurden ihnen die Kehlen aufgeschnitten, Babys und Kleinkinder wurden einfach an einen Baum geschlagen, bis sie tot waren. Die Lager bildeten auch gleichzeitig die Grabstätten, in Massengräbern wurden die toten Körper verscharrt.

Das Killing Field Choeung Ek ist das bekannteste in Kambodscha und beherbergt ein Völkermord Gedenkzentrum. Wir verbringen eine ganze Weile dort und sind tief ergriffen, in der Regenzeit werden immer wieder Knochen und Kleidungsstücke an die Erdoberfläche gespült. Pol Pot hat in 4 Jahren über ein Viertel seines eigenen Volkes vernichtet. Die UN spricht später von einem Autogenozid und einem Völkermord an der muslimischen Minderheit der Cham. Pol Pot wurde durch den Einmarsch von vietnamesischen Truppen in die Hauptstadt Phnom Penh und der Errichtung  einer neuen Regierung gestürzt; was für uns völlig unverständlich war, war die Tatsache, dass auch die deutsche Bundesregierung bis in die späten 1980er Jahre die Regierung Pol Pot, als die legitime Regierung Kambodschas ansah und dass nachweislich auch deutsche Waffen (MBB) weiterhin an Pol Pot geliefert wurden, um weiter seinen Guerillakrieg gegen die neue Regierung zu führen.

In Kambodscha ist Angkor Wat natürlich die Sehenswürdigkeit Nr. 1 und dorthin führt unser Weg als nächstes. Wir entscheiden uns für den Weg südlich des Tonle Sap Sees und in Kampong Chhnang finden wir ein schönes Plätzchen, wo wir einige Tag bleiben. Annette kauft auf dem Markt ein paar Sachen und Obst ein, auf dem Heimweg wird sie von einem Affen gesichtet, der wohl das Obst in der transparenten Plastiktüte gesehen hat. Er verfolgt sie, Annette erhöht das Tempo, aber er lässt sich nicht abschütteln, eine Einheimische auf einem Moped hält an und gestikuliert etwas. Annette fasst es so auf, dass sie dem Affen eine Banane zuwerfen und dann schnell weglaufen soll, was auch funktionierte, allerdings kam der Affe nach, als er die Banane aufgelesen hatte. Aber Annette war schon zu weit weg. Alles gut gegangen, nur eine Banane opfern müssen.

Nach einem weiteren Tag Fahrt erreichen wir dann Siem Reap, nördlich des Ufers des Tonle Sap Sees.

Dort haben wir uns mit Vera und Edgar verabredet, die beiden Holländer hatten wir vor ca. einem halben Jahr in Bischkek, der Hauptstadt Kirgistans getroffen. Die beiden sind dann von dort über die Mongolei und China nach Laos und Kambodscha gefahren, während wir die viel weiter südlich gelegene Route gewählt haben.

In Bischkek feierten wir zusammen den 40. Geburtstag von Edgar und in Siem Reap hatten wir unseren 18. Hochzeitstag. Zur Feier des Tages gehen wir italienisch Essen und statt Angkor Bier gibt es heute Hauswein zur Pizza.

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, um 05.00 Uhr sind wir am Ticketschalter und kaufen uns einen Tagespass für Angkor Wat. Zum Sonnenaufgang versammeln wir uns mit hunderten anderen Touristen vor dem Tempel an einem kleinen Weiher. Die ganze Tempelanlage um Angkor Wat gilt als die größte religiöse Anlage weltweit und das Bauwerk ist eines der Bekanntesten, vielleicht vergleichbar mit Machu Picchu oder Petra.

Einige Tempel waren auch schon Filmkulisse, z. B. für India Jones oder Tomb Raider. Die Zahl der Touristen am Angkor Wat schreckt uns ein bisschen ab und so ziehen wir es vor, zuerst zum Phrom Wat, dem Tempel aus Tomb Raider zu gehen. Für uns ist es einfach sich zu bewegen, wir können an alle Tempel mit dem Beast fahren und schon vor 07.00 Uhr sind wir am Phrom Wat. Wir sind alleine, unglaublich, und das morgendliche Sonnenlicht verleiht der ganzen Szenerie etwas Mystisches.  Nach einer großen Runde durch die Anlage sind wir hungrig und wollen frühstücken, in Kambodscha ist der US$ Zweitwährung und wie es aussieht gibt es keine Cent, alles hat einen Mindestpreis von ONE Dollar. An einer Bude feilschen wir um den Frühstückspreis und kriegen dann auch einen Discount von 50%, der „Kaffee Kambodscha“ ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig und wird zukünftig vermieden, falls möglich.

Wir verbringen den ganzen Tag in dieser gigantischen Anlage, besuchen noch die Tempel von Angkor Thom, Baphuon, Bayon, die Elefantenterrassen und zum Schluss nochmal Angkor Wat. Am Abend fallen wir todmüde und total erledigt in das Bett.

Wie auch die Tempel von Angkor Wat auf der Liste der UNESCO stehen, so steht dort auch der Tempel von Preah Vihear drauf. Der Temple befand sich lange Zeit auf dem Territorium Thailands bis er 1907 an das Protektorat Frankreich abgegeben wurde. 1959 besetzte thailändisches Militär den Tempel wieder, der damalige Präsident Kambodschas brachte den Fall vor den internationalen Gerichtshof und Preah Vihear wurde Kambodscha zugesprochen. Preah Vihear wurde 2008 als 2. Weltkulturerbe in Kambodscha in die Liste der UNESCO aufgenommen und als dieses vollzogen wurde, entsandte Thailand erneut Truppen und besetzte den Tempel. Es gab blutige Kämpfe mit Toten und Verletzten. 2009 brannte der lokale Markt am Fuße des Tempels nach einem Feuergefecht nieder und 2011 verlangte der internationale Gerichtshof die Einrichtung einer entmilitarisierten Zone, seitdem ist es in der Region ruhiger geworden. Der Tempel war bis vor kurzem auf kambodschanischer Seite auch nur sehr schwer zu erreichen, seit kurzem führt jedoch eine neue Straße dorthin, die Auffahrt zum Tempel ist allerdings äußerst steil und wir durften nur mit dem eigenen Auto hochfahren, nachdem sie sicher waren, dass wir ein 4×4 Fahrzeug besitzen.

In dieses unwegsame Gelände hatte sich auch Pol Pot nach dem Sturz seines Regimes zurückgezogen und dort lebte er bis zur Auflösung der roten Khmer und von dort wurden immer wieder Guerillaaktionen durchgeführt.

Wir fahren von Siem Reap nach Norden und verlassen die N6, schlagartig verändert sich das Straßenbild, Ochsenwagen, Bauern und kleine Märkte mit Obst, Gemüse und Fleisch. Wir kaufen Obst und fahren bis zum Infocenter, wo man auch das Eintrittsticket kaufen muss. Wir fragen, ob wir heute ein Ticket für morgen kaufen können, nein, das geht leider nicht.

Wir suchen uns einen schönen Platz zum Übernachten an einem See, als wir alles aufgebaut haben und es dunkel wird, kommt die Touristpolice. Wir könnten hier nicht stehen bleiben, es sei zu gefährlich, wir verstehen nicht so recht ob die Hauptgefahr vom Thai oder Tiger ausgeht. Der Polizist wartet schön, bis wir alles zusammengepackt haben und nimmt uns mit auf das Gelände der Polizei, dort können wir campen, es gibt Duschen und WC und seine Frau bringt uns auch noch Fried Rice mit Hühnchen. Hier gilt halt noch der alte Spruch „Die Polizei, dein Freund und Helfer“.

Am Morgen kaufen wir die Tickets für je 10 US$ und fahren hinauf, vor dem letzten Anstieg fahren wir langsam um eine scharfe Kurve und dann geht es tierisch bergauf, das Beast muss seine letzten Kräfte mobilisieren, dass wir oben ankommen, einige Einheimische am Straßenrand nicken uns anerkennend zu.

Der Tempel liegt auf etwa 600 m und von dort aus hat man einen fantastischen Blick nach Kambodscha und Thailand. Im Vergleich zu Angkor Wat ist es hier wie ausgestorben, wir treffen nur auf ganz wenige Besucher.  Das Wetter ist herrlich und wir bleiben eine ganze Weile dort oben und genießen die Sonne und die Ruhe und die Aussicht.

Heute wollen wir aber noch unser 26. Land  erreichen und nach Laos einreisen und so machen wir uns auf den Weg, ein Stück zurück und dann nach Nordosten am Mekong entlang bis zur Grenze zwischen Kambodscha und Laos.

Bei der Ausreise möchte der Zoll die Permit sehen, wir stellen uns dumm und zeigen ihm das Carnet, sagen ihm, dass bei der Einreise keiner das Carnet  wollte und wir keine Permit haben, leicht genervt lässt er uns weiterfahren. Beim laotischen Zoll kaufen wir ein Visa on Arrival für 30 US$, zahlen diverse Dollar Schmiergeld, Verzeihung Bearbeitungs- und Stempelgebühren,  lassen das Carnet abstempeln und nach kurzer Zeit sind wir in Laos. Fahrzeugkontrollen gibt es schon seit Indien nicht mehr.

An diesem Tag fahren wir noch ca. 10 km und campen am Mekong. Hier gibt es die 4.000 Islands im Mekong und wir wollen auf die Insel Don Det, auf dem Weg dorthin halten wir an den berüchtigten Mekong Fällen an, hier heißt es „The pearl of Mekong“ Khone Phapheng Waterfalls. In einem Seitenarm können wir den berühmten Mekong Fischern bei der Arbeit zusehen. Der mächtige Strom hat hier eine Breite von sagenhaften 14 Kilometern.

Die Mekong Fälle bilden ein für Schiffe unüberwindbares Hindernis, die Franzosen suchten eine Wasserstraße nach China und planten die Fälle zu sprengen, was aber am Widerstand der Bevölkerung scheiterte. Und so fanden die französischen Pioniere eine andere Lösung. Sie bauten Verladestationen, vor und nach den Fällen, an denen  die Dampfschiffe aus dem Wasser gezogen, bzw. zu Wasser gelassen wurden und die Schiffe den Weg über die Fälle per Eisenbahn zurücklegten.

Hierfür wurden ca. 16 Kilometer Eisenbahnschienen verlegt und eine Brücke zwischen Don Det und Don Khong gebaut.

Wir parken unser Auto in Naka Sang auf einem bewachten Parkplatz und fahren mit einer kleinen Fähre auf die Insel Don Det, die Insel erkunden wir per Fahrrad und fahren zur südlichen Verladestation auf Don Khong. Die Inseln sind bei Backpackern beliebt, für unseren Geschmack gibt es wenig zu sehen und alles ist ziemlich teuer. Sie versuchten sogar von uns „Inseleintritt“ an der alten Eisenbahnbrücke nach Don Khong zu kassieren.

Einmal beobachten wir, wie die Schule aus ist und die Kinder von einer anderen Insel sich in die Boote schwingen. 4 Jungs und 4 Mädchen jeweils in einem Boot, es gibt ein Wettrennen, die Jungs legen sich mächtig ins Zeug und rudern synchron und schnell. Einer gibt mit einem lauten „Hooow – Hooow – Hooow“ den Takt vor. Leider läuft das Boot ein bisschen voll Wasser und das muss ausgeschöpft werden, in der Zwischenzeit überholen die Mädchen, die still und beständig rudern. Die Jungs holen wieder auf und machen kurz vor Erreichen der anderen Insel eine Pause, wahrscheinlich fehlt die Kraft, sie lachen und machen Späße, beide Boote erreichen gleichzeitig das Ufer, werden von den Kindern fachmännisch festgemacht und die Ruder verstaut, dann geht’s nach Hause. Hier können die Kinder wahrscheinlich zuerst rudern und dann laufen. Keine Eltern, die ihre Kinder von der Schule abholen, keine Schwimmwesten, und herrlich zum  Zuschauen.

Zurück auf dem Festland fahren wir weiter nach Pakse, ein beschaulicher Ort am Mekong.  Wir finden ein kleines Cafe mit einem kleinen, eisernen Eifelturm davor, ‚Cafe Parisienne‘. Wir sitzen im Garten,  trinken guten Kaffee und essen ein Stück Torte, die Preise sind allerdings wie auf der Chaussee Elysee. Als wir so dasitzen, fährt ein weißer Toyota vorbei, am Heck ein violettes Dreieck. Emiel & Claire! Ich springe auf und renne auf der Straße dem Auto nach, ich pfeife, nutzt aber nichts, doch nach ein paar Metern bleiben sie stehen. Als ich das Auto erreiche, klopfe ich an die Scheibe und schaue in zwei freudig verdutzte Gesichter. Sie fuhren hier so langsam entlang, weil sie auf der Suche nach einer Kneipe mit WIFI waren.

Seit wir uns nach Myanmar getrennt hatten, fuhren die beiden in den Norden Thailands und von dort aus nach Laos und wir kamen nun von Süden. Wie klein ist die Welt. Wir beschließen zusammen auf das Bolaven Plateau zu fahren und campieren am Sekatamtok Wasserfall. Seit einiger Zeit haben die beiden einen kleinen Welpen dabei, den sie alleine an einem Wasserfall gefunden hatten.

Am Abend entzünden wir ein großes Campfeuer und tauschen die neusten Geschichten aus. Schön, dass wir die beiden noch einmal getroffen haben und es sollte nicht das letzte Mal sein.

Wir campen erneut an einem Wasserfall, Tad Lo, allerdings zu nah am Wasser, die lokale Bevölkerung kommt im Minutentakt um sich oder Wäsche zu waschen. Sie scheinen einen Zeitplan zu haben, wer, wann kommen darf. Der Fluss ist hier die Lebensader.

In Thakhek treffen wir zwei deutsche Frauen, die zum Klettern hier sind und als sie unser Auto sehen, sagt die eine, dass im Klettercamp Green Climbers Garden, ca. 15 Km östlich ein LKW auch mit LÖ-Kennzeichen stehen würde. Leider treffen wir die Besatzung nicht an und das Klettercamp ist ausgbucht, Fia Weiss, eine Mitbesitzerin aus Augsburg schickt uns freundlich aber bestimmt weiter. Mittlerweile sind wir in einer der größten Karstlandschaften Asiens, im Khammouane Gebiet erheben sich zahlreiche Felskegel. Hier erkunden wir auf eigene Faust die Höhle Tham Xieng Liap, die  Höhle Tham Pha Pa mit zahlreichen Buddhafiguren, die erst 2004 durch einen Bauern, der auf der Suche nach Fledermäusen, das ist hier eine lokale Spezialität, war, entdeckt  wurde, verpassen wir leider.

Die Gegend wird immer geheimnisvoller, tote Bäume ragen überall aus dem Wasser, mittlerweile sind wir im Nam Theun Gebiet, das ist ein riesiges Überschwemmungsgebiet, das zur Gewinnung von Strom aus Wasserkraft geflutet wurde.

Am 24. Dezember, Heiligabend  erreichen wir am frühen Nachmittag Paksane, das katholische Zentrum von Laos. Am Abend besuchen wir den Gottesdienst, der Ablauf der Messe ist komplett anders, wir erkennen nichts, auch kein Gebet oder Lied kommt uns nur annähernd bekannt vor.

Ein weiteres noch nicht entschlüsseltes Geheimnis liegt vor uns, nahe dem Ort Phonsavan befindet sich das größte Feld der tönernen Krüge. In diesem Plain of Jars befinden sich über 300 Krüge aus hartem Sandstein, zwischen 1 und 2,50 m hoch. Die Angaben zum Alter schwanken zwischen 2.000 und 10.000 Jahren, woher der Stein kommt kann niemand erklären, in der Nähe gibt es keine Vorkommen dieses Gesteins. Der Legende nach handelt es sich um Trinkgefäße von Riesen oder den Göttern. Es gibt über ein gutes Dutzend von diesen Feldern, aber 10 davon sind nicht zugänglich, da das Gelände völlig vermint ist. Die Kriegsspuren sind noch überall sichtbar, in Khoun besuchten wir den Phiawat Tempel, der im Krieg zerschossen wurde. Die Leute nehmen das Ganze mit einer gewissen Portion Galgenhumor und so frühstücken wir im ‚Craters‘ zwischen Bomben und Raketen, der Wandschmuck besteht aus Handgranaten, Feldflaschen und Stahlhelmen.

In Luang Prabang campen wir im Garten des Guesthouses Suan Phao und hier muss ich mal nach dem rechten Hinterrad schauen, bei meinen letzten Routinechecks des Reifendrucks war dort immer etwas weniger Luft drin. Ich schraube das Rad ab und entdecke einen Nagel, der im Reifen steckt. Nach erfolgreicher Reparatur begutachte ich erneut den Reifen und entdecke einen zweiten Fremdkörper, ebenfalls einen Nagel oder Eisenstift und so repariere ich erneut. Die Reifen haben jetzt über 60.000 km drauf und langsam wird es Zeit für Neue. Das Rad kommt wieder an die Achse und weiter geht die Fahrt nach Luang Namtha, hier geraten wir in die Wildnis, ein Radfahrer hatte uns gesagt, dass die Straße neu sei, auf unserer Karte ist sie noch gestrichelt eingezeichnet. Wir fahren durch den letzten Dschungel, kreuzen Flüsse und plötzlich liegt ein riesiger Baumstamm auf dem Track. Zwei Männer sind dabei mit einem „Kranwagen“ das Teil zu bergen. Ich nehme an die Männer waren Waldarbeiter, die im Tropenholzgeschäft tätig sind.

Überall können wir die Folgen des Tropenholzabbaus und der Brandrodung sehen, abrutschende Berghänge sind die Folgen, immer wieder sind Straßen nicht passierbar, da Erdmassen diese blockieren.

In Luang Namtha treffen wir auf dem Nachtmarkt eine Frau aus Offenburg, die ein Foto vom Beast für ihre Freundin aus Lörrach machen möchte, außerdem noch eine Polin, die uns ein wenig von Chiang Rai erzählt und nach ihren Erzählungen beschließen wir dort auch einmal hinzufahren.

Das Städtchen ist recht beschaulich, ist aber gerade Gastgeber des Asean Flowers Fair 2016 und Chiang Rai Flower Festival und richtet sich gerade für den Silvester her. Am Glockenturm der Stadt werden Bühnen und Stände aufgebaut, wir beschließen hier Silvester zu feiern und mieten ein Zimmer im Jitaree Guest House.

Dort treffen wir  Eva & Hermann aus Marburg, die bereits seit 3 Monaten mit ihren Rädern in Thailand unterwegs sind. Mit ihnen verbringen wir Silvester und in Chiang Rai besuchen wir noch den White Temple, das „Black House“ des Künstlers Thawan Duchanee und ganz im Norden Thailands das „Goldene Dreieck“. Hier treffen sich die Länder Myanmar, Thailand und Laos und hier wurde in der Vergangenheit das meiste Opium der Welt angebaut. Die daraus erzielten Gewinne wurden in die Guerillakriege in der hiesigen Region investiert.

Von Chiang Rai aus fahren wir wieder nach Süden mit dem Ziel Bangkok, von unserem Freund Gary, Reifenhändler in Delhi, erhielten wir die Adresse eines guten Offroad Reifenhändlers in Bangkok. Bei VVP 4×4 fragen wir nach unseren Reifen, wir wollen die gleichen wiederhaben, denn mit den BFGoodrich AT waren wir sehr zufrieden. Zuerst heißt es, dass die Größe nicht verfügbar ist und es wird geprüft wie lange die Lieferung dauert. Als ich so im Laden herumstöbere, finde ich unsere Reifen und zeige sie Veerasak, dem Inhaber. Nach kurzer Prüfung kommt heraus, dass er noch 4 Stück hat und diese werden noch am Nachmittag montiert, allerdings dauert das ganz schön lange und so kommen wir leider zu spät zu unserer Verabredung in Bangkok mit Emiel und Claire. Dafür verbringen wir tags drauf einen schönen gemeinsamen Tag miteinander, schauen im Kino Star Wars und gehen am Abend zusammen auf dem Nachtmarkt essen. Es wird das letzte Mal sein, dass wir ‚This life outside‘ auf unserer Reise getroffen haben, die beiden haben mit Vera und Edgar einen Container gechartert und sind auf dem Weg nach Australien.

Für uns steht wieder einmal Urlaub an, so hoffen wir zumindest. Die Eltern von Stefan kommen zu Besuch und wir haben ein schönes Programm zusammengestellt. Morgen Mittag holen wir sie am Flughafen in Bangkok ab.

 

Findet Nemo

Als Urlaubsziel haben wir uns die Insel Ko Chang im äußersten Südosten an der Grenze zu Kambodscha ausgeguckt. Doch bis dorthin sind es noch einige Kilometer und auf dem Weg dorthin besuchen wir zuerst die antike Stadt Sukothai, gegründet 1238 aus einer alten Khmer-Siedlung.  Sukhothai wurde wenig später für 120 Jahre Hauptstadt des gleichnamigen erstmals unabhängigen Königreiches, das Erste der Thai im thailändischen Tiefland.

Dort besuchen wir den Historical Park, Weltkulturerbe der UNESCO, in dem wir auch einen Platz zum Übernachten finden. Der weitere Weg führt uns in die historische Stadt Ayutthaya, ebenso Hauptstadt eines alten Königreiches, das in Europa zur damaligen Zeit als Siam bekannt war und auch UNESCO Weltkurlturerbe ist. Ayutthaya war ein mächtiges Königreich, das 1431 auch die östlich gelegene Hauptstadt Angkor des großen Khmerreiches einnahm und im Jahre 1438 das Königreich Sukothai eingliederte.
1767 wurde Ayutthaya von den Burmanen, nach langer Belagerung gestürmt und zerstört,  vor der riesigen Buddha-Statue des Phra Sri Sanphet wurden tagelang Feuer geschürt, um das Gold zu schmelzen, aus dem die Figur hergestellt war.

Auch heute ist Thailand ein Königreich und die Hauptstadt ist seit 1782 Bangkok, heute leben ca. 9 Millionen Menschen in der Stadt und sie war 2013 mit mehr als 17 Millionen ausländischen Besuchern, die meistbesuchte Stadt der Welt, bevor sie 2014 wieder von London abgelöst wurde, seitdem rangiert Bangkok auf dem 2. Platz.

Wir sind gespannt auf diese Stadt, kennen wir doch die Bilder von Smog, von tausenden Mopeds, Polizisten mit Atemmasken und endlosen Staus. Bereits bei der Einreise nach Thailand waren wir sehr positiv überrascht, gutes Mobilfunknetz, Supermärkte, sehr gute Straßen, meist 4-spurig, schnelles Internet und moderne Tankstellen. Es gibt u. a. ESSO und Shell, was schimpfen wir doch in Europa so oft auf die Ölmultis, doch hier sind wir froh, diese Tankstellen zu sehen. Was kam doch auf der bisherigen Reise schon alles aus unserem Auspuff heraus, schwarzbrauner, ekelhafter Schaum, beißender Gestank und dichte Rauchschwaden in unterschiedlichen Farben. Das Beast, so nehmen wir stark an, ist glücklich wieder einmal Norm-Kraftstoff zu tanken.

Und auch vom Verkehr in Bangkok sind wir angenehm überrascht. Gut, er ist dicht und es gibt, vor allem in der Rushhour Staus, aber die Menschen in ihren Autos sind geduldig, sie beachten die Regeln und keiner hupt, alles sehr relaxt, das gefällt uns. Wir steuern das Hotel Penpark Place an, dort, so haben wir gehört, können Overlander im Hof campieren. Für 200 Bath pro Person, umgerechnet 5 Euro, incl. Strom, WC, Dusche ist das für Bangkok ein akzeptabler Preis. Für 20 Baht (~ 0,50 Euro) können wir eine Maschine Wäsche waschen, Annette nutzt die Gunst der Stunde und wäscht noch das Innenzelt unseres Dachzeltes. Am Abend des zweiten Tages treffen wir Ramona und Sandra aus unserem Wiesental im schönen Schwarzwald. Sie haben das Kennzeichen gesehen und sprechen uns an, Sandra aus Mambach arbeitet bei einer Bank in Schopfheim und wenn sie mal einen Augenblick Zeit hat, kann sie aus ihrem Büro auf den Marktplatz schauen. Und so sagt sie zu uns, dass sie doch erst kürzlich unser Auto auf dem Marktplatz gesehen hätte. Das muss länger als 14 Monate her sein. Wir gehen noch zusammen was essen, es ist schön wieder einmal alemannisch reden zu können. Ramona und Sandra sind mit dem Rucksack unterwegs und auch sie machen einen Ausflug nach Ayutthaya und später fliegen sie in den Süden Richtung Pukhet.

Einen Tag später treffen wir die Daytrippers wieder, Penpark Place entwickelt sich für uns zu einem richtigen Treffpunkt. Raphael und Isabela kommen gerade aus Vietnam zurück und wir verbringen auch noch den ganzen nächsten Tag mit ihnen zusammen. Sie erzählen uns von ihren weiteren Reiseplänen, dass sie ihren Landrover im Januar oder Februar nach Südafrika verschiffen wollen.

Tagsdrauf fahren wir nun die letzte Etappe bis Ko Chang, wir setzen mit der Fähre über und fahren auf der Insel am Weststrand Richtung Süden bis zum Lonley Beach. Dort können wir umsonst bei Floris und Mareijke stehen, zwei ehemalige Afrika-Overlander aus den Niederlanden, die seit 4 Jahren hier auf der Insel die Bungalow Siedlung Oasis betreiben.

Wir bleiben 9 Tage, baden, waschen Wäsche und das Auto, machen einen Bootsausflug mit Schnorcheln und Angeln bei Mr. Khai (sehr empfehlenswert), leihen bei Mama einen Motorroller und fahren die Insel ab, nach über einem Jahr 4×4 sind wir die Zweiräder wohl nicht mehr gewohnt und leider legen wir uns damit auf den Asphalt, außer ein paar Abschürfungen an den Beinen und am Roller geht es glimpflich aus. Auf der weiteren Fahrt wollen wir noch einen Abstecher zum ‚tropical beach‘ machen, als uns ein anderes Pärchen auf einem Roller überholt, der Weg ist bereits sehr holprig und sandig und in der nächsten Kurve sehen wir, wie der Roller der beiden zuerst zu schlingern beginnt und dann die Zwei in hohem Bogen abwirft. Den Beiden hat es den Lenker im tiefen Sand quergestellt und dann sind sie gestürzt. Wir halten an, es ist aber glücklicherweise nichts passiert.

In den nächsten Tagen bemerken wir, dass auffällig viele Touristen Pflaster und Verbände an Armen und Beinen tragen und jetzt wird uns auch klar, warum uns die Polizei auf der Insel anhielt und uns eindringlich darum bat, langsam zu fahren. Unerfahrene Touristen auf schnellen Rollern auf kurvigen Straßen, das kann eine gefährliche Mischung sein.

Abends bummeln wir durch den Ort Bailan (Lonley Beach) und lassen die Atmosphäre auf uns wirken, dutzende Tatoostudios, Bars, Restaurants und Kneipen. Es ist für jeden etwas dabei. In einer kleinen Bar trinken wir Mojito und der Wirt erzählt uns, dass er 15 Jahre in Nürnberg gelebt hat, sein deutsch ist jedoch noch schlechter als unser englisch. Neben der Bar hat er sein Tatoostudio, seine Spezialität scheint aber der Mushroom-Cocktail zu sein, den er mit Magic Mushrooms serviert, einigen Kunden verkauft er auch mal schnell einige Gramm Weed. Der Mojito jedenfalls war lecker und mit 70 Baht, sagenhaft günstig.

Am Strand findet zu der Zeit eine Fullmoon-Party statt, bis Mitternacht ist Happy Hour und alle schon sehr betrunken, eine Asiatin möchte noch unbedingt tanzen, sie benötigt allerdings mindestens zwei Helferinnen, denn die Anziehungskraft des Mondes ist in dieser Nacht besonders groß und sie wird ständig nach links gezogen, aber die beiden Freundinnen halten sie so halbwegs in der Mitte. Die Musikrichtung und –lautstärke ist allerdings für uns etwas zu heftig, oder wir sind für solcherlei Feierlichkeiten schon zu alt, weshalb wir uns dann schon bald wieder vom Acker machen.

Die Zeit vergeht wie im Fluge und nach 9 Tagen auf Ko Chang beschließen wir einen Abstecher über Kambodscha und Laos zu machen und im Nordosten wieder in Thailand einzureisen. In Delhi hatten wir uns deshalb schon mal Visa mit ‚double entry‘ ausstellen lassen.

Die Grenze nach Kambodscha ist nur einen Katzensprung entfernt. Doch davon wollen wir euch in Kürze in einem anderen Blog berichten.