historical park

Besuch in Thailand

Nach einigen Einladungen klappt es dann doch noch, meine Eltern kommen nach Thailand um uns zu besuchen.
Es ist etwas Besonderes, natürlich haben wir immer wieder einmal ein Wochenende in den Bergen, zum Wandern oder Skifahren zusammen verbracht, aber mit Mama und Papa zwei Wochen „Strandurlaub“, das gab es zuletzt vor 30 Jahren, am Atlantikstrand in Südfrankreich.

Auch merke ich jetzt, dass es etwas Besonderes ist, noch beide Eltern zu haben, Annettes Eltern sind bereits beide gestorben und während unserer Reiseplanung für die kommenden zwei Wochen entschlüpft es ihr tiefbetrübt: „Du hast noch Beide, sei froh.“

Wir haben in Bangkok Zimmer in einem schönen Hotel gemietet und zusätzlich ein kleines Auto.
Wir fahren zum Flughafen und holen dort zuerst meine Eltern ab. Annette geht danach mit den beiden zur Abholung des Mietwagens und ich will das Beast holen, vor der Ankunft haben wir einfach vor dem Flughafengebäude geparkt und als ich dort wieder ankommen, haben sie dem Beast eine Parkkralle angelegt.  „So ein Mist!“, fluche ich in mich hinein. Aber nach einer halben Stunde Lauferei und einigen Entschuldigungen kommt der Truck der Flughafensecurity und macht die Kette wieder ab, ohne dass ich etwas zahlen muss.  Die drei im anderen Auto warten schon ungeduldig und dann geht es los zum Hotel.

Das Hotel Centre Point Silom ist am Wochenende nicht ausgebucht und so hat uns die freundliche Dame an der Rezeption upgegradet und wir beziehen zwei Suiten.  Hier könnte man es länger aushalten als zwei Nächte, aber wir wollen ja auch noch einiges anderes in Thailand unternehmen.

Nach dem Check-In gehen wir auf der Straße eine Kleinigkeit essen, sticky rice, Huhn, Leber, Schwein und Papaya Salat, anschließend fahren per Taxi nach Chinatown. Wir bummeln über die Märkte, das Angebot an Gewürzen, Fischen, Obst und Gemüse ist riesig, außerdem gibt es noch chinesische Spezialitäten und lokale Medizin. Die Gerüche sind speziell, genauso wie manche Verkäufer und die Präsentation der Waren.

Am Abend essen wir zusammen noch einen Hot Pot und gehen früh ins Bett. Mama und Papa fallen immer wieder die Augen zu. Am nächsten Morgen verabreden wir uns für 09.00 Uhr zum Frühstück. Kurz vorher werden beide erst wach.

In Bangkok schauen wir uns den Königspalast an, wir Männer müssen lange Hosen überziehen und die Frauen einen Wickelrock. In den Klamotten ist es jetzt noch wärmer als es eh schon ist. Am Nachmittag gehen wir vom Palast aus zur nahegelegenen Pier und machen dort eine Bootsfahrt, danach trinken wir einen Kaffee und machen uns dann per  Wasser-Linienbus auf den Rückweg. Nach der Ankunft am Pier trinken wir noch ein kühles Bier und gehen den Rest zu Fuß zum Hotel.

Am nächsten Morgen genießen wir noch einmal das üppige Frühstücksbuffet im Silom, bevor wir uns auf die weitere Reise nach Ayutthaya machen. Die alte Königsstadt ist seit 1991 Weltkulturerbe der UNESCO. Aufgrund seiner „Insellage“ konnte Ayutthaya seine Souveränität 417 Jahre lang erhalten und mit einer Bevölkerung von ca. 1 Million Einwohner war sie im 17. Jahrhundert unter den 20 größten Städten weltweit. Aufgrund des Kanalsystems und dem Zugang zu einem Seehafen wurde Ayutthaya auch das Venedig des Ostens genannt und hatte zur damaligen Zeit schon Handelsbeziehungen zu den Niederlanden,  Japan und Portugal.

Am Abend unternehmen wir eine Bootsfahrt auf den alten Kanälen und sehen uns drei Tempel an. Die übrige Tempelanlage erkunden wir am nächsten Tag auf dem Fahrrad. Zu Abend essen wir auf dem Nightmarket.

Nach einem kleinen Frühstück fahren wir wieder in Richtung Süden nach Kanchanaburi. Als wir in Ayutthaya losfahren, bemerken wir einen Ameisenbefall am Beast. Die Ameisen sind von der ganz kleinen Sorte und sind von dem Baum, unter dem wir geparkt haben, auf das Beast umgesiedelt. Wir waschen so viele wie möglich weg und sprühen unser altbewährtes Baygon. Das ist allerdings nur für fliegende Insekten vorgesehen.

Kanchanaburi liegt am River Kwai, bekannt durch den Hollywoodfilm „Die Brücke am Kwai“. Während des zweiten Weltkriegs wurden dort vor allem englische Kriegsgefangene, einschließlich der Offiziere von den japanischen Besatzern dazu gezwungen, eine Eisenbahnbrücke zu bauen. Die Brücke wurde während des Krieges noch durch alliierte Luftangriffe zerstört.

Die Brücke wurde schon sehr früh, etwas versetzt zur alten Brücke, wieder aufgebaut und heute verkehrt, u. a. der Eastern and Oriental Express auf dieser Linie. Mit diesem Luxuszug kann man in drei Tagen von Bangkok bis Singapur fahren. Eine Haltestelle ist natürlich auch in Kanchanaburi, an der legendären Eisenbahnbrücke.

Unterhalb der Brücke befindet sich ein nettes, schwimmendes Restaurant, wo wir lecker zu Mittag essen bevor wir uns in das Royal River Kwai Resort Hotel zurückziehen. Dort drehen wir noch eine erfrischende Runde im Pool.

Doch wer nach Thailand kommt will nicht nur im Pool baden, sondern will die Traumstrände und das wunderbare Wasser genießen. Wir auch!

Die beiden, bei den Deutschen so beliebten Inseln Phuket und Koh Samui sind zu weit entfernt, in den 14 Tagen wollen wir nicht zu viel im Auto sitzen, auch wenn die Straßen Thailands sehr gut ausgebaut sind. So haben wir uns Hua Hin ausgesucht. Mit dem Ausbau der Eisenbahnstrecke von Bangkok nach Singapur in den 1920-er Jahren begann auch der Aufstieg Hua Hins als Seebad. Hua Hin ist das älteste Seebad Thailands und wurde bekannt als ‚the famous seaside resort of Siam‘, seit 1926 hat dort die thailändische Königsfamilie ihre Sommerresidenz, im Palast Wang Klai Kangwon (Thai: วังไกลกังวล, etwa: königlicher Palast weit entfernt von den Sorgen) dient ihr zum Rückzug von der Hitze Bangkoks.

Berühmtheit erlangte auch Hua Hins Railway Hotel, das im Film ‚The killing fields‘ als Kulisse für das Hotel Le Royal in Phnom Pengh diente.

Zuerst verbringen wir drei Nächte in Pak Nam Pran, etwas südlich von Hua Hin. Dort fließt der Pranburi River in den Golf von Thailand, das quirlige Fischerdorf ist bekannt für seine Tintenfischspezialitäten und die bunten Fischerboote. Hier gibt es einige kleine Restaurants direkt am Strand, die frische Fische und Seafood vom Grill anbieten.

Von hier aus unternehmen wir einen Ausflug in den  Khao Sam Roi Yot Nationalpark, der Name bedeutet Berg mit 300 Gipfeln, welches die Landschaft recht gut beschreibt. Die schroffen Kalkstein-Hügel erheben sich bis zu 605 Meter Höhe direkt aus dem Golf von Thailand.

Wir parken am Bang PO Beach und gehen zu Fuß über einen Hügel zum Laem Sala Beach.  Hier könnte man sich einen Bungalow mieten und direkt am Strand in der Einsamkeit einige Tage verbringen. Wir wollen aber noch die Pharaya Nakhon Cave besuchen. In dieser Höhle wurde für den Besuch von König Chulalongkorn (Rama V.) 1890 ein Pavillon errichtet. Der Aufstieg zur Höhle ist beschwerlich und steil, die Hitze tut ihr Übriges dazu, aber wir erreichen alle Vier den Eingang und erholen uns in der kühlen Höhle.

Nach dieser anstrengenden Bergtour rasten wir noch ein wenig am wunderschönen Strand Laem Sala Beach und fahren dann mit einem kleinen Fischerboot zurück an den Bang PO Beach, wo unsere beiden Fahrzeuge stehen.

In dem kleinen Guesthouse, wo wir die Tage in Pak Nam Pran verbringen, fragen wir nach einer Bootstour mit schwimmen und fischen, jedoch ist das Angebot, das uns die Eigentümerin macht, im Vergleich zu dem, was wir auf Koh Chang bei Mr. Khai bezahlt haben, so unglaublich teuer, dass wir vorerst auf eine Bootstour verzichten.

Stattdessen machen wir einen Ausflug nach Prachuap Khiri Khan, chillen dort am Beach und besuchen dort am Nachmittag den Markt an der Promenade. Dies ist einer der schönsten Märkte, mit einem fantastischen Angebot an Speisen, den wir bisher in Thailand gesehen haben.

In Prachuap Khiri Khan fahren wir durch den ‚Wing 5‘, das ist eine Air Force Base, in die man aber problemlos einfahren kann, darin befindet sich ein Hotel und ein ganz toller Strand, sowie ein Museum, etwas eigentümlich ist es, dort die Start- und Landebahn überqueren zu müssen.

Hier sind 1941 die japanischen Truppen gelandet, um das neutrale Thailand für ihre Operationen gegen die Engländer in Myanmar und Malaysia zu nutzen. Der Flughafen wurde von Luftwaffensoldaten, einigen Polizisten und einer militärischen Jugendorganisation einige Tage lang gehalten und verteidigt, bis die thailändische Regierung den Waffenstillstand verkündete.

Vom kleinen Fischerdorf Pak Nam Pran ziehen wir noch einmal um in die Stadt Hua Hin, dort beziehen wir zwei Zimmer im Ayrest Hotel. Besonders schön ist der direkte Zugang zum Swimming Pool vom Zimmer aus, sowie die privaten Jacuzzi Pools.

Hier spannen wir nochmal so richtig aus und erfreuen uns an der gemeinsamen Zeit in Thailand. Wir besuchen den Cicada Market, der allerdings sehr klein, touristisch und teuer ist, daher wechseln wir zum Nightmarket, wo wir sehr lecker Seafood essen. Die Crabfische, die hier als Lobster angeboten werden, sowie die Tiger Prawns sind unglaublich köstlich. Zusammen mit frisch zubereitetem Knoblauchbrot ein Gedicht.

Von Hua Hin aus unternehmen wir jetzt doch noch eine Bootstour. Zuerst laufen wir Monkey Island an und hier kommen auch sogleich die Affen angelaufen. Sie werden mit Obst und Gemüse gefüttert. Das Interessante ist, dass die Affen ihr Futter, wenn es im Sand lag, zuerst im Meerwasser abwaschen, bevor sie es essen. Als wir die Insel wieder verlassen, baden die Affen im Wasser wie Menschen. Sie tauchen, schwimmen und springen von den Felsen ins Wasser, es ist so schön, ihnen beim Herumtollen zuzuschauen. In der Dolphin Bay bekommen wir leider keine Delfine zu Gesicht. Es ist Tintenfisch Saison und eigentlich kommen die Tiere dann auch in die Bucht um sich satt zu fressen.

Wir halten noch an einem Punkt zum Baden und an einem andern zum Angeln. Allerdings, so scheint es, war es kein guter Platz, denn niemand auf dem Boot, einschließlich der Mannschaft fängt auch nur einen einzigen Fisch.

Die Bootsfahrt auf Koh Chang mit Mr. Khai war eindeutig schöner, auch waren dort nicht so viele Russen an Bord. (Sorry 😉 )

Wenn man flexibel ist und kurzfristig etwas bucht, kann man über die Hotelportale wirkliche Schnäppchen machen. Wir haben uns für die letzten Tage in Bangkok  zwei Zimmer im Ramada Plaza gebucht. Dort relaxen und entspannen sich meine Eltern noch einmal bei einer Thaimassage und mit dem hoteleigenen Shuttleboot können wir nochmal die Stadt und das ehemalige Hafenviertel ‚Asiatique‘, das jetzt eine Fress- und Shoppingmeile ist, erkunden.
Auch besuchen wir noch den Redlight Destrict Padpong, wo wir die ‚German Embassy of Beer’entdecken, dort trinken wir ein kühles Fürstenberg Pils, Rothaus gibt es leider seit geraumer Zeit nicht mehr, da die Brauerei angeblich das Bier nicht mehr in Pappkartons für den Export verpacken kann. (oder will)

Dann, nach 14 gemeinsamen und sehr schönen Tagen ist es wieder soweit, Abschied zu nehmen. Wir fahren gemeinsam zum Flughafen, parken das Beast dieses Mal ordnungsgemäß und geben den Mietwagen zurück, dann bringen wir meine Eltern bis in den Flughafen und verabschieden uns voneinander.

Herzlichen Dank für euren Besuch und dass ihr mit 75, bzw. 81 Jahren die Strapazen einer solchen langen und anstrengenden  Reise auf euch genommen habt, um uns zu besuchen.

Wir haben uns sehr darüber gefreut – gute Heimreise!

 

Findet Nemo

Als Urlaubsziel haben wir uns die Insel Ko Chang im äußersten Südosten an der Grenze zu Kambodscha ausgeguckt. Doch bis dorthin sind es noch einige Kilometer und auf dem Weg dorthin besuchen wir zuerst die antike Stadt Sukothai, gegründet 1238 aus einer alten Khmer-Siedlung.  Sukhothai wurde wenig später für 120 Jahre Hauptstadt des gleichnamigen erstmals unabhängigen Königreiches, das Erste der Thai im thailändischen Tiefland.

Dort besuchen wir den Historical Park, Weltkulturerbe der UNESCO, in dem wir auch einen Platz zum Übernachten finden. Der weitere Weg führt uns in die historische Stadt Ayutthaya, ebenso Hauptstadt eines alten Königreiches, das in Europa zur damaligen Zeit als Siam bekannt war und auch UNESCO Weltkurlturerbe ist. Ayutthaya war ein mächtiges Königreich, das 1431 auch die östlich gelegene Hauptstadt Angkor des großen Khmerreiches einnahm und im Jahre 1438 das Königreich Sukothai eingliederte.
1767 wurde Ayutthaya von den Burmanen, nach langer Belagerung gestürmt und zerstört,  vor der riesigen Buddha-Statue des Phra Sri Sanphet wurden tagelang Feuer geschürt, um das Gold zu schmelzen, aus dem die Figur hergestellt war.

Auch heute ist Thailand ein Königreich und die Hauptstadt ist seit 1782 Bangkok, heute leben ca. 9 Millionen Menschen in der Stadt und sie war 2013 mit mehr als 17 Millionen ausländischen Besuchern, die meistbesuchte Stadt der Welt, bevor sie 2014 wieder von London abgelöst wurde, seitdem rangiert Bangkok auf dem 2. Platz.

Wir sind gespannt auf diese Stadt, kennen wir doch die Bilder von Smog, von tausenden Mopeds, Polizisten mit Atemmasken und endlosen Staus. Bereits bei der Einreise nach Thailand waren wir sehr positiv überrascht, gutes Mobilfunknetz, Supermärkte, sehr gute Straßen, meist 4-spurig, schnelles Internet und moderne Tankstellen. Es gibt u. a. ESSO und Shell, was schimpfen wir doch in Europa so oft auf die Ölmultis, doch hier sind wir froh, diese Tankstellen zu sehen. Was kam doch auf der bisherigen Reise schon alles aus unserem Auspuff heraus, schwarzbrauner, ekelhafter Schaum, beißender Gestank und dichte Rauchschwaden in unterschiedlichen Farben. Das Beast, so nehmen wir stark an, ist glücklich wieder einmal Norm-Kraftstoff zu tanken.

Und auch vom Verkehr in Bangkok sind wir angenehm überrascht. Gut, er ist dicht und es gibt, vor allem in der Rushhour Staus, aber die Menschen in ihren Autos sind geduldig, sie beachten die Regeln und keiner hupt, alles sehr relaxt, das gefällt uns. Wir steuern das Hotel Penpark Place an, dort, so haben wir gehört, können Overlander im Hof campieren. Für 200 Bath pro Person, umgerechnet 5 Euro, incl. Strom, WC, Dusche ist das für Bangkok ein akzeptabler Preis. Für 20 Baht (~ 0,50 Euro) können wir eine Maschine Wäsche waschen, Annette nutzt die Gunst der Stunde und wäscht noch das Innenzelt unseres Dachzeltes. Am Abend des zweiten Tages treffen wir Ramona und Sandra aus unserem Wiesental im schönen Schwarzwald. Sie haben das Kennzeichen gesehen und sprechen uns an, Sandra aus Mambach arbeitet bei einer Bank in Schopfheim und wenn sie mal einen Augenblick Zeit hat, kann sie aus ihrem Büro auf den Marktplatz schauen. Und so sagt sie zu uns, dass sie doch erst kürzlich unser Auto auf dem Marktplatz gesehen hätte. Das muss länger als 14 Monate her sein. Wir gehen noch zusammen was essen, es ist schön wieder einmal alemannisch reden zu können. Ramona und Sandra sind mit dem Rucksack unterwegs und auch sie machen einen Ausflug nach Ayutthaya und später fliegen sie in den Süden Richtung Pukhet.

Einen Tag später treffen wir die Daytrippers wieder, Penpark Place entwickelt sich für uns zu einem richtigen Treffpunkt. Raphael und Isabela kommen gerade aus Vietnam zurück und wir verbringen auch noch den ganzen nächsten Tag mit ihnen zusammen. Sie erzählen uns von ihren weiteren Reiseplänen, dass sie ihren Landrover im Januar oder Februar nach Südafrika verschiffen wollen.

Tagsdrauf fahren wir nun die letzte Etappe bis Ko Chang, wir setzen mit der Fähre über und fahren auf der Insel am Weststrand Richtung Süden bis zum Lonley Beach. Dort können wir umsonst bei Floris und Mareijke stehen, zwei ehemalige Afrika-Overlander aus den Niederlanden, die seit 4 Jahren hier auf der Insel die Bungalow Siedlung Oasis betreiben.

Wir bleiben 9 Tage, baden, waschen Wäsche und das Auto, machen einen Bootsausflug mit Schnorcheln und Angeln bei Mr. Khai (sehr empfehlenswert), leihen bei Mama einen Motorroller und fahren die Insel ab, nach über einem Jahr 4×4 sind wir die Zweiräder wohl nicht mehr gewohnt und leider legen wir uns damit auf den Asphalt, außer ein paar Abschürfungen an den Beinen und am Roller geht es glimpflich aus. Auf der weiteren Fahrt wollen wir noch einen Abstecher zum ‚tropical beach‘ machen, als uns ein anderes Pärchen auf einem Roller überholt, der Weg ist bereits sehr holprig und sandig und in der nächsten Kurve sehen wir, wie der Roller der beiden zuerst zu schlingern beginnt und dann die Zwei in hohem Bogen abwirft. Den Beiden hat es den Lenker im tiefen Sand quergestellt und dann sind sie gestürzt. Wir halten an, es ist aber glücklicherweise nichts passiert.

In den nächsten Tagen bemerken wir, dass auffällig viele Touristen Pflaster und Verbände an Armen und Beinen tragen und jetzt wird uns auch klar, warum uns die Polizei auf der Insel anhielt und uns eindringlich darum bat, langsam zu fahren. Unerfahrene Touristen auf schnellen Rollern auf kurvigen Straßen, das kann eine gefährliche Mischung sein.

Abends bummeln wir durch den Ort Bailan (Lonley Beach) und lassen die Atmosphäre auf uns wirken, dutzende Tatoostudios, Bars, Restaurants und Kneipen. Es ist für jeden etwas dabei. In einer kleinen Bar trinken wir Mojito und der Wirt erzählt uns, dass er 15 Jahre in Nürnberg gelebt hat, sein deutsch ist jedoch noch schlechter als unser englisch. Neben der Bar hat er sein Tatoostudio, seine Spezialität scheint aber der Mushroom-Cocktail zu sein, den er mit Magic Mushrooms serviert, einigen Kunden verkauft er auch mal schnell einige Gramm Weed. Der Mojito jedenfalls war lecker und mit 70 Baht, sagenhaft günstig.

Am Strand findet zu der Zeit eine Fullmoon-Party statt, bis Mitternacht ist Happy Hour und alle schon sehr betrunken, eine Asiatin möchte noch unbedingt tanzen, sie benötigt allerdings mindestens zwei Helferinnen, denn die Anziehungskraft des Mondes ist in dieser Nacht besonders groß und sie wird ständig nach links gezogen, aber die beiden Freundinnen halten sie so halbwegs in der Mitte. Die Musikrichtung und –lautstärke ist allerdings für uns etwas zu heftig, oder wir sind für solcherlei Feierlichkeiten schon zu alt, weshalb wir uns dann schon bald wieder vom Acker machen.

Die Zeit vergeht wie im Fluge und nach 9 Tagen auf Ko Chang beschließen wir einen Abstecher über Kambodscha und Laos zu machen und im Nordosten wieder in Thailand einzureisen. In Delhi hatten wir uns deshalb schon mal Visa mit ‚double entry‘ ausstellen lassen.

Die Grenze nach Kambodscha ist nur einen Katzensprung entfernt. Doch davon wollen wir euch in Kürze in einem anderen Blog berichten.